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Die Europäische Chemieindustrie: eine Analyse

Europaweit betrachtet, hat die chemische Industrie binnen der letzten zwölf Monate kräftig zugelegt. Der weitere Geschäftsausblick ist zwar positiv, das Wachstum wird in den nächsten zwölf Monaten jedoch deutlich geringer ausfallen. Zu diesem Ergebnis kommt eine europaweite Umfrage der Unternehmensberatung A.T. Kearney, CheManager Europe und der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, die in der Zeit von Juni bis Juli unter 130 Führungskräften aus 15 Ländern durchgeführt wurde.

Stabilität auf hohem Niveau

Der Aufschwung hat sich während des letzten Jahres auf hohem Niveau stabilisiert: Rund ein Drittel der befragten Chemieunternehmen verzeichnet für die zurückliegenden zwölf Monate einen Nachfrageanstieg in zweistelligem Bereich (10 bis 20 Prozent). Bei gut jedem vierten Unternehmen stieg die Nachfrage gar um mehr als 20 Prozent. Damit nicht genug: innerhalb der Branche blickt man durchweg positiv in die nahe Zukunft. So erwarten über 90 Prozent der Befragten und ihrer Kunden in den nächsten zwölf Monaten eine weiterhin steigende Nachfrage nach Chemieprodukten aller Art. Allerdings kühlt sich das Branchenklima voraussichtlich etwas ab. Mehr als die Hälfte rechnet mit einer moderateren Wachstumsgeschwindigkeit gegenüber dem Vorjahr. „Die weiterhin positiven Nachfrageprognosen zeigen, dass der gegenwärtige Aufwärtstrend anhält. Allerdings hat sich die Weltwirtschaft abgekühlt und die Zeiten schnellen Wachstums, das unmittelbar auf die Wirtschaftskrise folgte, sind vorerst zu Ende“, urteilt Dr. Tobias Lewe, Partner in der Chemie und Öl Practice von A.T. Kearney. Damit erklärten sich auch die eher moderaten Zukunftserwartungen.

Auch die Rohstoffpreise haben binnen der letzten zwölf Monate zugelegt. Über die Hälfte der befragten Unternehmen sprechen von einem bis zu zehnprozentigen Anstieg oder mehr. Knapp 20 Prozent berichten sogar von einem Anstieg der Rohstoffpreise von mehr als 30 Prozent. Einige Güter wie Titandioxid, Butandien oder Seltene Erden sollen bereits verknappen. Eine Trendumkehr erwarten die Umfrageteilnehmer nicht. Über die Hälfte rechnet in den nächsten zwölf Monaten mit einem Rohstoffpreisanstieg von bis zu zehn Prozent und ein Drittel geht sogar von einem Anstieg jenseits der 20-Prozent-Marke aus.

Wachstum vor allem organisch

Künftiges Wachstum erhoffen sich die Akteure im Wesentlichen in Form von organischem Wachstum mit neuen Kunden (38 Prozent) sowie bestehenden Kunden (37 Prozent). Wachstum durch Zukäufe oder Unternehmenszusammenschlüsse spielt für die Chemieunternehmen eine deutlich untergeordnete Rolle: Nur 17 Prozent sehen in M&A-Aktivitäten eine Wachstumsquelle. Auch Unternehmen der Kundenindustrie erwarten wenig externes Wachstum, sondern erachten organisches Wachstum mit neuen Kunden (54 Prozent) als wesentlichen Treiber. Jeder vierte Befragte auf der Kundenseite wiederum rechnet primär mit Wachstum durch zusätzliches Geschäft mit bestehenden Kunden. „Allerdings sprach der Markt in den vergangenen Monaten eine andere Sprache: Auch getrieben von der wirtschaftlichen Erholung hatte die Anzahl größerer M&A-Deals in der Chemieindustrie wieder zugelegt; EBITDA-Multiples, die für strategische Akquisitionen gezahlt wurden, hatten im ersten Halbjahr 2011 einen Höchststand erreicht. Die veränderte Erwartungshaltung spiegelt die zunehmende Vorsicht der Branche wieder, die finanzielle Nachhaltigkeit von teuren Akquisitionen wird hinterfragt“, erläutert Lewe.

Starkes Wachstum in Nah- und Fernost

Geographisch betrachtet, sind es in erste Linie die Chemieunternehmen in Fernost (84 Prozent) und im arabischen Raum (48 Prozent), die ihre Kapazitäten aufstocken. „Europäische Chemieunternehmen streben zunehmend ostwärts“, analysiert Robert Renard, Senior Manager in der Chemie und Öl Practice von A.T. Kearney. Damit sicherten sie sich nicht nur den Zugang zu kostengünstigen Rohstoffen, sondern auch zu einer globalen Personal- und Wissensbasis. Daneben würden sie auf diese Weise den Technologie- und Serviceanforderungen ihrer Kunden in diesen Regionen besser gerecht.
Wachstumsimpulse werden nicht aus neuen Ländern kommen, sondern auch von zukünftigen Technologien ausgehen, mit denen veränderte Verbraucherbedürfnisse adressiert werden. An der Spitze dieser makroökonomischen Entwicklung, von der sich sowohl die Chemieunternehmen also auch die Kunden Wachstum versprechen,  sieht die gemeinschaftliche Analyse die Energieeffizienz. Diese wird von 77 Prozent der befragten Chemiefirmen als wichtig oder sehr wichtig erachtet. Beträchtliches Wachstumspotenzial räumt über die Hälfte der Befragten den alternativen Rohstoffen ein. Dazu zählen unkonventionelles Gas oder Verbindungen aus Bioraffinerie-Aktivitäten.

Primär konzentrieren sich 76 Prozent der befragten Chemie-Manager in Punkto Innovationen darauf, neue Produkteigenschaften zu entwickeln und als Innovationsführer innerhalb der Branche wahrgenommen zu werden.

Nachholbedarf bei der Nachhaltigkeit und Kundenorientierung

Die meisten Unternehmen bieten technische Dienstleistungen an, die ihre Kunden dabei unterstützen, ihre operative Nachhaltigkeit zu optimieren (63 Prozent). Ähnlich viele (62 Prozent) konzentrieren sich auf die Gewährleistung der Nachhaltigkeit in der eigenen Lieferkette. Laut Analyse ebenfalls sehr weit verbreitet ist die Bereitstellung alternativer Rohstoffe mit 47 Prozent Anteil der Befragten. Unerfüllte Kundenwünsche gibt es allerdings nicht nur beim Nachhaltigkeitsmanagement: Auch in diesem Jahr offenbart die C3X-Befragung, dass die Kundenanforderungen von den Chemieunternehmen vielfach nicht im gewünschten Maße verstanden und erfüllt werden. Während fast die Hälfte (40 Prozent) der Firmen von sich glaubt, die Kundenwünsche zu verstehen, wird dies nur von einem geringen Teil der Kunden (17 Prozent) bestätigt.  (BD)

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