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Die Plattformstrategie der SAP ist bei den Anwenderunternehmen noch nicht umfassend angekommen. Das bestätigt eine Umfrage der Deutschsprachigen SAP-Anwendergruppe e. V. (DSAG). Für den Großteil der Befragten ist der direkte betriebswirtschaftliche Mehrwert von Enterprise SOA im Vergleich zu den heutigen Möglichkeiten kaum erkennbar. Deshalb setzt sich die DSAG für mehr Aufklärungsarbeit sowie Wissensvermittlung durch und mit SAP ein und hat den Jahreskongress thematisch auf einen Know-how-Transfer zu Enterprise SOA ausgerichtet. Weiteres Ergebnis der Studie: Lediglich rund 7 Prozent der Befragten befassen sich derzeit überhaupt mit einer konkreten Umsetzung von Service-orientierten Architekturen.
An der Umfrage zu Service-orientierten Architekturen (SOA) und Plattformstrategien nahmen 344 DSAG-Mitgliedsunternehmen teil. Das Ergebnis: 43 Prozent der Befragten haben noch keine spezielle Plattformstrategie in Verbindung mit SOA entwickelt. Als Gründe wurden mangelndes Know-how auf diesem Gebiet, ein nicht zu erwartender Nutzen oder schwer einzuschätzende Herausforderungen organisatorischer, technischer und fachlicher Art genannt.
Rund 34 Prozent sind aktuell in der Planungsphase und rund ein Fünftel der Befragten haben ihre Plattformstrategie bereits entwickelt. Was die SOA-Strategie der SAP betrifft, fühlen sich SAP-Anwender noch nicht ausreichend informiert, so ein weiteres zentrales Umfrageergebnis. Danach sind 64 Prozent der Befragten mit Enterprise SOA kaum oder gar nicht vertraut. Rund ein Drittel hat sich dagegen mit dem Thema bereits auseinandergesetzt – zumeist aber aus eigenem Antrieb.
„Zum jetzigen Zeitpunkt kann noch kaum ein Anwender abschätzen, welche Aufwände in Zusammenhang mit Enterprise SOA auf ihn zukommen. Und auch der konkrete Nutzen und Vorteile, die Enterprise SOA mit sich bringen soll, können derzeit noch nicht anhand von praktischen Beispielen vermittelt werden. Anschauliche Fallbeispiele aus der Praxis würden helfen, die Akzeptanz zu steigern“, beschreibt DSAG-Vorstandsvorsitzender Alfons Wahlers die aktuelle Situation unter den DSAG-Mitgliedern.
Ein ähnliches Stimmungsbild zeigen die Ergebnisse auf die Frage nach den Gründen für einen geplanten Releasewechsel. Demnach nehmen 94 Prozent der Befragten das Auslaufen der Wartung ihrer Lösungen sowie die Nutzung neuer Funktionalitäten zum Anlass, einen Upgrade durchzuführen. Lediglich 6 Prozent gaben an, dass bevorstehende Releasewechsel mit der SOA-Strategie im Unternehmen zusammen hängen. Nutzen und Mehrwert von Enterprise SOA sind demnach noch nicht ausreichend vermittelt. Daher hat die DSAG neben der Ausrichtung des Jahreskongresses bereits im April den Arbeitskreis Geschäftsprozessmanagement gegründet.
Um Kunden zu motivieren, sich verstärkt mit den unternehmensspezifischen Auswirkungen von SOA zu befassen, muss SAP deutlich mehr Praxiswissen sowie Training und weniger Theorie vermitteln, so eine Forderung der DSAG. „Die Kunden sehen mySAP ERP in Verbindung mit SAP NetWeaver zwar als künftige Geschäftsprozessplattform. Eine echte Bereitschaft zur Umsetzung von Enterprise SOA wird aber frühestens zwischen den Jahren 2008 und 2010 einsetzen. Auf der Grundlage von mySAP ERP 2005 stehen zunächst neben den oben erwähnten Wartungs- und Funktionalitätsaspekten auch Systemkonsolidierungen im Vordergrund. Es wäre wünschenswert, wenn unsere Bemühungen um längere Release- oder Wartungszyklen für die Erarbeitung einer unternehmensspezifischen SOA-Strategie Früchte tragen würden“, erklärt Alfons Wahlers.
Zumal die SAP-Plattformstrategie von rund 66 Prozent der Umfrageteilnehmer als langfristig ausgerichtet betrachtet wird. „Daher empfehlen wir den Einsatz von mySAP ERP 2005, um Planungssicherheit zu erhalten. Brauchen doch Unternehmen mehr Zeit, um sich mit dem Konzept sowie der damit zusammen hängenden Vorgehensweise auseinander zu setzen und um unternehmensintern Wissen aufzubauen. Derzeit befassen sich mit Enterprise SOA fast ausschließlich IT-Mitarbeiter in Unternehmen, obwohl das Thema vor allem die Geschäftsleitung oder den Fachbereich betrifft. Hier bedarf es noch umfassender Wissensvermittlung“, so der DSAG-Vorstandsvorsitzende weiter.

