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Es wird viel IT-Investitionsgeld versenkt

Die Kostenoptimierung bleibt weiterhin das zentrale Motiv der Unternehmen für IT-Investitionen, gefolgt von der Absicht, strategische Wettbewerbsvorteile im Markt aufzubauen. Allerdings ist es inzwischen für mehr als jede dritte Firma wichtig, über technische Modernisierungen auch die Zufriedenheit der Mitarbeiter zu steigern. Schwierigkeiten haben die meisten Unternehmen jedoch nach einer Studie der Managementberatung Ardour Consulting darin, ihre gesamten IT-Investitionen systematisch aufeinander abzustimmen und deren jeweiligen Wertbeitrag zu ermitteln. Als Folge werden nach Ansicht der Consultants erhebliche Summen für IT-Projekte ausgegeben, die keinen zufriedenstellenden Nutzen für die Unternehmen generieren.

Den Ergebnissen der Erhebung zufolge zielen drei Viertel der befragten Unternehmen in ihrer Investitionspolitik darauf ab, einen wirtschaftlicheren Nutzen der IT zu erzeugen. Damit dominiert die kostenorientierte Ausrichtung, gefolgt von der Absicht, die Wettbewerbsstärke zu verbessern (64 Prozent). Dagegen ist eine Steigerung der Kundenzufriedenheit für deutlich weniger Unternehmen eine typische Zielsetzung der technischen Verbesserungsmaßnahmen. Sie wird von 59 Prozent der befragten IT-Verantwortlichen als primäres Motiv angeführt, ähnliche viele nennen die Verbesserung der Informationsversorgung. Sicherheitsaspekte spielen hingegen nur für jedes zweite Unternehmen eine vorrangige Rolle.

Interessant ist jedoch, dass möglicherweise als Reflex auf die derzeitigen Arbeitsmarktbedingungen die Mitarbeiterzufriedenheit ein zusätzlicher Beweggrund für IT-Investitionen geworden ist. Immerhin hat dieser Aspekt für mehr IT-Manager (36 Prozent) eine Bedeutung als vergleichsweise die Erfüllung der Compliance-Anforderungen (32 Prozent).

Aber auch wenn in der IT relativ klare Kriterien bestehen, für welchen Nutzen im Einzelfall Geld ausgegeben werden soll, kann dies im Zusammenspiel mit dem gesamten Investitionsengagement schon anders aussehen. Denn über das Portfolio-Management wird normalerweise eine belastbare Entscheidungsgrundlage für die Auswahl der strategisch passenden IT-Investitionen geschaffen.

Doch hier zeigen die meisten Unternehmen in der Ardour-Studie erhebliche Defizite. So fehlt es mehrheitlich nicht nur an klaren Portfolio-Kriterien (70 Prozent), sondern die IT-Verantwortlichen stoßen bei den Business-Bereichen häufig auch noch auf Desinteresse, konstruktiv an der Priorisierung der Investitionen mitzuwirken. Auch das Top-Management stellt dabei offenbar keine große Hilfe dar und entzieht sich nach Meinung von 59 Prozent der Befragten der erforderlichen Unterstützung. Als wenn dies noch nicht genug wäre, bestehen bei 56 Prozent zusätzlich auch noch Verantwortungskonflikte zwischen dem Linien- und Portfolio-Management. Außerdem fehlt es innerhalb der Unternehmen an Befürwortern für einheitliche Verfahren und sind in jedem zweiten Unternehmen die Managementprozesse und -verantwortlichkeiten unklar. Selbst das Portfolio-Management ist in zwei von fünf Fällen organisatorisch nicht richtig platziert.

„Dies sind beste Voraussetzungen für eine problembehaftete und damit erfolgsbegrenzende Investitionspolitik, die man sich eigentlich nicht leisten kann“, bilanziert Ardour-Geschäftsführer Dr. Jakob Rehäuser. „Es werden zwar nicht immer riesige Investitionsgräber geschaffen, aber in der Summe wird eine Menge Geld versenkt“, beschreibt er die Konsequenzen. Dies verlange einen durchgreifenden Wandel, bei dem die IT-Organisation jedoch keinen Alleingang machen dürfe und den Unternehmen eine nicht zu unterschätzende Aufgabe bevorstehe. „Es müssen angemessene Organisationsstrukturen für ein wirkungsvolles Projektportfolio- Management geschaffen werden, vor allem aber ist die Bereitschaft der Business-Verantwortlichen notwendig, hier nicht nur an einem Strang zu ziehen, sondern auch in dieselbe Richtung“, betont Rehäuser. (WH)

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