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Bei den Projekten zur Implementierung von Geschäftsprozessen herrschen zwischen den Technikverantwortlichen und Fachabteilungen deutliche Dissonanzen. So fühlen sich nach einer Erhebung der egip Software AG nur 56 Prozent der 237 befragten Manager aus den Fachbereichen im Regelfall ausreichend in die Planung und Realisierung der Prozesse einbezogen. Weitere 33 Prozent sind mit ihren Mitwirkungsmöglichkeiten „nur teilweise“ zufrieden, jeder zehnte sogar überhaupt nicht. Ein ganz anderes Urteil geben hingegen die 218 IT-Manager der Studie ab: Fast drei Viertel sehen hier keine wesentlichen Defizite.
Noch deutlicher werden die Meinungsunterschiede in der Frage, ob die Anforderungen der Fachabteilungen von den Technik-Mitarbeitern immer ausreichend verstanden werden. Während sie von den IT-Managern zu 88 Prozent zumindest weitgehend positiv beantwortet wird, zeigen die Befragungsergebnisse eine kritische Position bei den Fachbereichsverantwortlichen. Mehr als jeder Vierte bemängelt, dass dieses Verständnis bei den Kollegen aus der Technik „häufig nicht“ vorhanden ist. Vollständig zufrieden zeigen sich lediglich 42 Prozent von ihnen.
Gleichzeitig besteht bei mehr als jedem Zweiten von ihnen die Auffassung, dass die Geschäftsprozesse zu IT-lastig angelegt seien. Für 23 Prozent herrscht durchgängig eine übermäßige IT-Dominanz in den Lösungen, weitere 32 Prozent beklagen dies für einen Teil der bisher realisierten Projekte. Als Konsequenz fordern rund drei Viertel der Fachbereichsleiter für sich mehr Selbstständigkeit in der Prozessgestaltung, 41 Prozent davon wünschen sich sogar eine deutlich höhere Autonomie.
Dem widersprechen die IT-Manager deutlich. 71 Prozent bestreiten nicht nur die von den Fachabteilungen kritisierte IT-Lastigkeit der Geschäftsprozessprojekte vollständig, sondern fast zwei Drittel wollen auch möglichst keine Projektaufgaben an sie abtreten. Lediglich 16 Prozent würden zubilligen, dass die Organisationsbereiche generell eine höhere Projektautonomie erhalten.
„Im Hintergrund brodelt es mehr und mehr“, bewertet egip-Vorstand Dr. Karsten Königstein die Ergebnisse. „Denn die Fachabteilungen stehen vor dem Problem, dass sie ihre Wertschöpfungs- und andere Leistungspflichten erfüllen müssen, sich aber bei der Prozessunterstützung von der IT häufig im Stich gelassen fühlen“, verweist er auf ein wachsendes Problem in den Unternehmen. Seiner Ansicht nach können die langlaufenden, komplexen und personenzentrierten End-to-End-Prozesse häufig tatsächlich nicht ausreichend mit einer IT-gesteuerten Automatisierung von Datenflüssen unterstützt werden. „Notwendig sind ergänzende Tools für Meta-Workflow, deren Einsatz und Steuerung in den Händen der Fachabteilungen liegen sollte.“
Zu dieser Auffassung kam im letzten Jahr auch eine Studie des Marktforschungsunternehmens Gartner. Darin wurde die Forderung aufgestellt, dass es den traditionellen und IT-lastigen Gedanken von Business Process Management (BPM) zu überwinden gelte. „Wenn bei notwendigen Veränderungen der Geschäftsprozesse ein IT-Projekt aufgesetzt werden muss, ist eine flexible Reaktion auf neue Wettbewerbs- und Organisationsbedingungen nicht möglich“, urteilt Dr. Königstein.

