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Laut aktueller Meldung des Instituts der deutschen Wirtschaft (iw) haben die heimischen Gewerkschaften in den vergangenen zwei Jahren keine Mitglieder gewinnen können. Im Gegenteil: binnen der letzten zehn Jahre hat rund ein Fünftel der Mitglieder ihrer Organisation den Rücken gekehrt. Heutzutage gehören weniger als 20 Prozent aller Arbeitnehmer einer Gewerkschaft an.
Zugehörigkeit bestimmt tendenziell das Arbeitnehmeralter
Während in der Generation 50plus noch mehr als jeder Fünfte gewerkschaftlich organisiert ist, zeigt sich bei den unter 30-Jährigen ein ganz anderes Bild. In dieser Altersgruppe beträgt der Anteil der Gewerkschafter nur zehn Prozent. Den größten Rückhalt haben die Gewerkschaften laut iw bei den Beamten, gefolgt von der Gruppe der klassischen Arbeiter. Aber hier ist der Mitgliederschwund spürbar: selbst im Ursprungssegment sind im Schnitt nicht einmal mehr als 20 Prozent organisiert.
Diese Zahlen stehen laut iw im Widerspruch zur Meinung gegenüber den Gewerkschaften denn laut einer Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach sehen rund 39 Prozent der Befragten in den Gewerkschaften eine wirkungsvolle Interessenvertretungen. Weitere 37 Prozent erachten sie als wichtig, halten jedoch eine Modernisierung für notwendig. Nur jeder Zehnte lehnt der Allensbach-Umfrage zufolge die Arbeitnehmervertretung grundsätzlich ab.
Probleme bei der Erfüllung von Erwartungen
Trotz der positiven Einstellung haben die Arbeitnehmervertretungen Probleme, die an sie gesetzten Erwartungen zu erfüllen. So sollen sie sich allem voran um Lohnerhöhungen bemühen und sich dem Thema Kündigungsschütz widmen. Thema wie das Schaffen von besseren Rahmenbedingungen wie kürzere Arbeitszeiten treten laut iw in den Hintergrund. Nach einer Phase von eher moderaten Lohnabschlüssen drohen laut Institut die Gewerkschaften nun von diesen Ansprüchen getrieben zu werden. Hier aber spielt der Fachkräftemangel den Gewerkschaften in die Karten, da dieses für höhere Löhne sorgt. (BD)

