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Höheres Risiko für Produktmängel - Globalisierung kontra Qualität

Die Kehrseite der Globalisierungsmedaille sind Qualitätsrisiken durch die weltweit immer komplexeren Lieferantennetze. Nach einer aktuellen Erhebung des Softwarehauses UGS hatte zuletzt jedes zweite Unternehmen damit negative Erfahrungen gemacht.

Durch die wachsende Globalisierung der Wirtschaft entstehen deutliche Risiken für die Qualität der Herstellerprodukte. Zu diesem Ergebnis kommt eine Erhebung des Branchenführers UGS. Danach sieht jedes zweite deutsche Unternehmen in der Zusammenarbeit mit lokalen und internationalen Lieferanten teils erhebliche Risiken für die Produktqualität.

„Da an der Herstellung komplexer Produkte heutzutage ein weit verzweigtes Netz von Entwicklern und Zulieferern beteiligt ist, sind die globalen Planungs- und Kommunikationsprozesse eine Achillesferse“, interpretiert man bei UGS die Ergebnisse. „Werden sie nicht präzise aufeinander abgestimmt, kann die Auslagerung für die Entwicklung von Komponenten zum Bumerang werden.“

Mehr als die Hälfte der Firmen hatte denn auch in letzter Zeit negative Qualitätserfahrungen mit ihren teils internationalen Partnern gemacht. So lösten unzureichende Komponenten bei 38 Prozent der befragten Unternehmen Mängel an den verkauften Endprodukten aus und führten zu einer erhöhten Reklamationsquote. In anderen Fällen kam es dadurch zu Produktionsstörungen oder wurde die Markteinführung von Produkten verzögert.

Als Hauptursache der Qualitätsrisiken sehen 43 Prozent der 387 befragten Fertigungsunternehmen das schwierige Management der immer komplexeren internationalen Lieferantennetze. Ähnlich viele begründen die Qualitätsmängel mit Schwachstellen beim Informationsmanagement während der Planungs- und Herstellungsprozesse.

„Alle an der Entwicklung, Herstellung und Wartung beteiligten Partner müssen jeweils aktuell auf die sich verändernden Produkt- und Prozessinformationen zugreifen können, egal an welchen geographischen Standorten sie sich befinden“, beschreibt UGS die besonderen Anforderungen für die Praxis. „Fehlt irgendwo nur eine Detailinformation, können daraus erhebliche Produktmängel entstehen, die sich möglicherweise erst in den Händen der Kunden zeigen.“ Und die Behebung solcher Mängel ist besonders teuer.

Aber auch ein kulturell unterschiedliches Qualitätsbewusstsein bei weltweit verstreuten Zulieferern ist für 39 Prozent maßgeblich dafür verantwortlich. Ebenso wird von nur geringfügig weniger Unternehmen ein unterschiedlicher Wissensstand bei den kooperierenden Partnern als Grund angeführt.

Welche Bedeutung das Produktionsmanagement besonders in Zeiten der Globalisierung hat, zeigt etwa eine Studie der Unternehmensberatung A.T. Kearney. „Das Managen von international vernetzten Wertschöpfungsketten erfordert neue Fähigkeiten, sonst schlägt die Optimierung negativ zu Buche“, heißt es darin. „Während durchschnittlich 3,3 Prozent aller Lieferungen beim Endkunden fehlerhaft ankommen, sind es bei der Elite der international produzierenden Unternehmen gerade einmal 0,3 Prozent.“

Aus der Sicht von UGS besteht deshalb die Notwendigkeit, dass sich die Firmen stärker als bisher dem Thema Product Lifecyle Management (PLM) widmen müssen, das ein Produkt prozessübergreifend von der ersten Idee bis zum produktiven Einsatz betrachtet. „Beispielsweise müssen bereits im Entwicklungsstadium allerorts die Produktanforderungen eindeutig definiert und dokumentiert sein, Informationen zu Änderungen einzelner Bauteile während des Engineering-Prozesses oder zu einem späteren Zeitpunkt unmittelbar den anderen Zulieferern zur Verfügung gestellt werden“, rät man bei UGS. „Da technische Modifikationen an einer Komponente oft Auswirkungen auf die Funktionsweise anderer Teile haben, die dann wiederum zu Qualitätsmängeln beim Endprodukt führen.“

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