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ITIL (IT Infrastructure Library) für das Management der IT-Services soll innerhalb der nächsten zwei Jahre in zwei Drittel der größeren Unternehmen im Einsatz sein. Derzeit wird dieser anerkannte Standard nach einer Erhebung durch exagon consulting bereits von 37 Prozent dieser Firmen zur Optimierung der IT-Prozesse genutzt, 31 Prozent planen die Umsetzung bis 2008. Befragt wurden in der Studie 318 Unternehmen mit über 100 Mio. € Umsatz.
Das hauptsächliche Argument für ITIL liegt in den Augen von zwei Drittel der befragten IT-Manager in der Kostenreduzierung bei den IT-Services, gefolgt von der Produktivitätssteigerung (62 Prozent) durch effizientere Prozesse und der Reduzierung operativer Risiken (59 Prozent). Auch die Verbesserung der kundennahen Services spricht nach Meinung von mehr als jedem zweiten Unternehmen für die Einführung von ITIL. Dagegen spielen die Compliance-Anforderungen, denen auf diesem Weg besser entsprochen werden kann, nur für ein Drittel der Firmen eine wesentliche Rolle.
„In diesen Ergebnissen bestätigen sich unsere Beobachtungen, dass ITIL als Standard für die Qualität der IT-Prozesse eine zunehmend breite Akzeptanz findet“, urteilt exagon-Geschäftsführer Werner Stangner. „Dies bedeutet nicht nur eine wachsende Wertschätzung der IT-Services in den Unternehmen, sondern sie haben auch ihre elementare Bedeutung für die Wertschöpfung erkannt“, ergänzt der ITIL-Experte.
Noch zurückhaltende Zertifizierungsplanungen trotz hoher Nutzenerwartungen
In einem gewissen Widerspruch leben die Unternehmen allerdings bei der Frage einer Zertifizierung der IT-Prozesse nach BS 15000 bzw. ISO/IEC 20000. So wird sie derzeit nur von 16 Prozent der Firmen geplant und weitere 19 Prozent ziehen sie in Erwägung. Andererseits sehen die meisten befragten IT-Manager deutliche Vorteile in einer Zertifizierung. Insbesondere vertreten sie mehrheitlich die Ansicht, dass auf diesem Weg unerkannte Schwächen in den IT-Prozessen offen gelegt werden können und durch eine Zertifizierung die Grundlagen für eine nachhaltige Prozessqualität geschaffen wird. Mehr als jedes zweite Unternehmen erwartet davon zudem eine positive Wirkung in den Markt hinein sowie ein stärkeres internes Qualitätsbewusstsein.
„Das Thema Zertifizierung stellt sich tatsächlich erst, wenn ITIL-konforme Strukturen etabliert wurden,“ urteilt exagon-Geschäftsführer Stangner. „Insofern ist die derzeitige Zurückhaltung nicht überraschend, zumal der Nutzen von den Unternehmen durchaus bereits deutlich erkannt wird.“
Angesichts der heute sehr vernetzten Wirtschaft habe die Zertifizierung neben den internen Effekten insbesondere auch eine erhebliche Bedeutung für die Lieferanten- und Kundenbeziehungen. „Sie erzeugt ein höheres Vertrauen in die Leistungsfähigkeit eines Unternehmens, vor allem wenn beispielsweise hohe Verfügbarkeitsansprüche bei Produkten oder Dienstleistungen bestehen.“

