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Nur jede zweite Unternehmenstransaktion erfolgreich

Der Fusions- und Übernahmeboom in Deutschland wird nach Meinung der deutschen Unternehmen anhalten. Nachdem im vergangenen Jahr in Deutschland Unternehmenstransaktionen im Wert von 113 Mrd. Euro durchgeführt wurden, erwartet die Mehrheit der Unternehmen eine weitere Steigerung des Transaktionsvolumens. Die getätigten Transaktionen führen allerdings nicht immer zu Wertzuwachs – im Gegenteil: jede zweite Transaktion vernichtet Unternehmenswert.

Das sind Ergebnisse einer Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young. Die Studie basiert auf einer Analyse von 189 Transaktionen, die im Zeitraum der letzten 14 Jahre von börsennotierten Unternehmen durchgeführt wurden, sowie einer Befragung von 147 Unternehmen und 53 Stakeholdern und Vertretern von Interessengruppen.

74 Prozent der befragten Unternehmen und Interessengruppen erwarten, dass sich der Transaktionsmarkt in Deutschland in den kommenden zwei Jahren stark entwickeln wird, dass also die Zahl und der Wert der durchgeführten Unternehmensfusionen und -akquisitionen weiter steigen werden. Haupttreiber des anhaltenden M&A-Booms ist nach Ansicht der Unternehmen der sich weiter beschleunigende Konzentrationsprozess in zahlreichen Branchen.

„Vor allem in der Energie-, Stahl- und Pharma-Branche dreht sich das Fusionskarussel immer schneller“, beobachtet Joachim Spill, Partner bei Ernst & Young und Co-Leiter des Bereichs Transaction Advisory Services. „Kleinere Unternehmen haben es immer schwerer, sich gegen große, weltweit tätige Konzerne zu behaupten“. Viele Großunternehmen hätten zudem ausreichend liquide Mittel, um zuzukaufen. „Die Gewinne sprudeln derzeit – bei vielen Unternehmen ist die Kriegskasse gut gefüllt“, so Spill. Für viele Unternehmen sei daher derzeit die Gelegenheit günstig, die eigene Marktposition mit Hilfe von Übernahmen auszubauen.

Bei weitem nicht jede Transaktion ist erfolgreich. Zwar haben sich die Aktienkurse von Unternehmen, die an Transaktionen beteiligt waren, in der Vergangenheit im Durchschnitt besser entwickelt als die Kurse von Unternehmen, die keine Fusionen oder Übernahmen getätigt haben2 . Immerhin bei 50 Prozent der analysierten Fusionen und Übernahmen entwickelte sich der Aktienkurs in den Folgejahren allerdings schlechter als der Branchenindex. „Jede zweite Transaktion ist wertvernichtend - nur etwa jede dritte Transaktion führt zu einer erheblichen Wertsteigerung für das Unternehmen“, fasst Spill zusammen.

Aus Sicht der Unternehmen scheitern Transaktionen vor allem am mangelhaften Management der anschließenden Integration der verschiedenen Unternehmensteile: 85 Prozent der Unternehmen, die über vielfältige Erfahrungen mit Transaktionen verfügen, geben an, dass ein falsches Integrationsmanagement ein wesentlicher Grund für das Scheitern von Transaktionen ist. 69 Prozent der Unternehmen sehen in einer unzureichenden Transaktionsvorbereitung eine wichtige Ursache für das Fehlschlagen von Fusionen und Übernahmen.

„Für eine erfolgreiche Transaktion ist eine sauber durchgeführte Due Diligence, die Identifikation von Synergiepotenzialen, die Errechnung eines realistischen Kauf-/Verkaufspreises sowie die Erarbeitung eines soliden Finanzierungskonzepts genau so wichtig wie die Integration, die interne wie externe Kommunikation und das Halten von Leistungsträgern“, sagt Samy Walleyo, Partner bei Ernst & Young. „Eine Unternehmenstransaktion ist kein Selbstläufer“, betont Walleyo. „Viele Unternehmen unterschätzen die Risiken und Schwierigkeiten, die sich gerade im Vorfeld von Transaktionen und im Management der anschließenden Integration auftun können“.

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