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Prozessorientierung: Schlechte Erfolgsquote

Zahlreiche Unternehmen scheitern in ihrer Absicht, prozessorientierte Organisationsstrukturen aufzubauen, weil ihre Projekte häufig nicht die gewünschten Ergebnisse erzielen. Nicht einmal jede zehnte Firma verzeichnet nach einer Erhebung im Auftrag der zur Unternehmensgruppe Otto Wolff von Amerongen gehörenden egip Software AG eine Erfolgsquote von über 90 Prozent. Bei etwa einem weiteren Viertel liegt sie zumindest oberhalb von 75 Prozent. In allen anderen Fällen zeigt sich hingegen ein düsteres Bild.

So geben 39 Prozent an, dass sie ihre Projektziele zur Prozessgestaltung nur zwischen der Hälfte und drei Vierteln erreichten. Bei 28 Prozent der Firmen fallen die Ergebnisse sogar noch schlechter aus. Sie mussten eine Misserfolgsquote von 50 Prozent und sogar mehr verzeichnen.

Als wesentliche Schwierigkeiten bei den Projekten nennen etwa zwei Drittel der über 400 befragten Prozessverantwortlichen in Mittelstands- und Großunternehmen mit mehr als 20 Mio. Euro Umsatz lange Realisierungszeiten und begrenzte personelle Ressourcen. Die Projektkosten hingegen stellen, ebenso wie die Prozesskompetenzen, meist nur ein untergeordnetes Problem dar. Stattdessen erweisen sich in der Praxis offenbar Akzeptanzschwierigkeiten seitens der Mitarbeiter als typische Hürde auf dem Weg zum Projekterfolg. Sie werden von 62 Prozent als einer der zentralen Gründe für unbefriedigende Ergebnisse genannt.

Somit gehört die Diskrepanz zwischen der Notwendigkeit der Prozessorientierung und der tatsächlichen Realisierungsqualität zu den in der Praxis immer wieder zu beobachtenden Kernproblemen“, sieht Dr. Karsten Königstein, Vorstand der egip Software AG, seine Erfahrungen im Einklang mit den Befragungsergebnissen.

„Häufig sind die Projekte zu komplex geplant und verlieren dadurch in der operativen Umsetzung das Ziel aus den Augen oder es müssen durch Engpässe bei den Ressourcen Kompromisse eingegangen werden, die sich dann negativ im Ergebnis niederschlagen“, beschreibt er die typischen Schwierigkeiten. Dr. Königstein plädiert deshalb für überschaubarere Projekte, die in der Verantwortung der Fachabteilungen und nicht des IT-Bereichs liegen sollten. „Dort sind die eigentlichen Prozesskompetenzen angesiedelt, also sollte dort mit Unterstützung leistungsfähiger Prozess-Tools auch eine Selbstständigkeit für die Implementierung geschaffen werden“, empfiehlt er.

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