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In der Absicht der Unternehmen, wieder deutlich mehr in die IT zur Unterstützung ihrer Geschäftssysteme zu investieren, sieht Torsten Frankenberger, Partner bei Droege & Comp., ein positives Signal für die Wirtschaft. „Kunden und Produkte stehen 2006 bei der Entwicklung innovativer Anwendungen im Fokus. Gerade hier lassen sich Wettbewerbsvorteile schaffen“, sagt er. So sollen die Ausgaben für Anwendungen in Vertrieb und Produktion jeweils um gut 2 Prozent steigen. Insgesamt hat sich das Verhältnis der Ausgaben „Anwendungen zu Infrastruktur“ mit 41 Prozent zu 59Prozent im Vergleich zum Vorjahr (40Prozent zu 60 Prozent) minimal verbessert, ist aber noch immer im Ungleichgewicht.
Diese Ansicht teilen scheinbar auch die Anwender in den Unternehmen. Ihre Zufriedenheit hat sich aus Sicht der IT-Entscheider im Vergleich zu 2005 nicht gebessert. Wie schon im letzten Jahr zeigten sich Marketing sowie Forschung und Entwicklung am wenigsten zufrieden. Der offensichtliche Wille, den Investitionsstau aufzulösen, geht einher mit dem permanenten Ziel, Kostengezielt einzusparen. Die drei größten Stellhebel hierfür sehen die IT-Entscheider in der Steigerung der IT-Prozesseffizienz (20 Prozent der Nennungen), der Harmonisierung der Geschäftsprozesse (18 Prozent)und der Konsolidierung der Infrastruktur. Mehr als zwei Drittel der Unternehmen vergeben ihre Aufträge an inländische Unternehmen. Externe Dienstleister in Indien, den USA und China (Off Shore) werden nur von Großunternehmen sowie der Telekommunikations- und IT-Branche eingesetzt. Die übrigen bevorzugen externe Dienstleister in Osteuropa(Near Shore).
Beim Einsatz neuer Kommunikationstechnologien rechnen die Studienteilnehmer mit einem stürmischen Wachstum, vor allem für Voice over IP (VoIP), das Telefonieren über Internet-Datennetze. Nach Einschätzung der Befragten werden bis zum Jahr 2009 mehr als die Hälfte der Unternehmen diese Technologie einsetzen. Aktuell sind es 11 Prozent. Auch Wireless Lan, lokalen Funknetzwerken zur drahtlosen Vernetzung von PCs, sagen die Teilnehmer eine glänzende Zukunft voraus. Sie gehen davon aus, dass 38 Prozent der Unternehmen bis 2009 diese Technologie nutzen werden gegenüber derzeit 14 Prozent. Für UMTS wird der Zuwachs bis 2009 auf 33Prozent geschätzt, jetzt nutzen es 12Prozent.
Die unangefochtene Marktdominanz des Betriebssoftware-Herstellers SAP wird sich weiter manifestieren. Schon jetzt setzen mehr als zwei Drittel der Befragten SAP-Produkte zur Steuerung ihres Unternehmens ein(ERP). Nur jeweils 4 Prozent arbeiten mit Oracle/Peoplesoft und Microsoft,26 Prozent verwenden andere ERP-Systeme. „Oracle/Peoplesoft und Microsoft werden große Anstrengungen unternehmen müssen, um ihre Marktanteile im deutschsprachigen Raum auszubauen“, kommentiert Frankenberger diese Entwicklung. Ähnlich verhält es sich mit den Betriebssystemen für Server und Arbeitsplatzumgebung, die mit 62 Prozent und 97 Prozent fest in der Hand von Microsoft sind. Eine Situation, die den Unternehmen Preisverhandlungen mit den großen Betriebs-system- und Software-Herstellern deutlich erschwert.

