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Actinium Consulting-Studie: Mitarbeiter werden nur mäßig auf ihre internationalen Einsätze vorbereitet

21.10.08

Obwohl die Unternehmen ihr Business seit geraumer Zeit verstärkt internationalisieren, gehen sie kaum auf die kulturellen Besonderheiten in ihren Zielländern ein. Nach einer Erhebung von Actinium Consulting bereiten sie weder ihre Mitarbeiter auf die dortigen Einsätze vor noch richten sie ihre Marktkommunikation und die Managementführungssysteme darauf aus.

Der Studie zufolge entscheiden die Unternehmen zu 84 Prozent vornehmlich nach fachlichen Kompetenzen, wer von den Mitarbeitern international eingesetzt wird. Fremdsprachenkenntnisse sind schon seltener erforderlich, noch weniger spielen aber kulturelle Affinitäten eine Rolle: Sie sind nur in jedem sechsten Fall ein Auswahlkriterium. Zudem fehlt es den Firmen weitgehend an etablierten Strukturen, um das Personal auf seine internationalen Einsätze vorzubereiten. Sie bestehen nur in 18 Prozent der Unternehmen, bei weiteren 31 Prozent gibt es in dieser Hinsicht zumindest Ansätze.

Demzufolge weisen die Maßnahmen zur Vorbereitung des Personals auf den Auslandseinsatz erhebliche Defizite auf: Lediglich 41 Prozent bieten ein Sprachtraining an, bei der Schulung in der Landeskultur ist es sogar nur ein Fünftel. Noch weniger Betriebe unterstützen ihre Mitarbeiter mit kulturellem Coaching im Ausland. Vier von fünf Firmen wenden dafür insgesamt weniger als fünf Tage auf, weitere 13 Prozent immerhin zwischen sechs und zehn Tagen. Bei der kulturellen Begleitung vor Ort beschränken sich rund 90 Prozent auf insgesamt maximal zwei Tage.

Interessant ist an den Ergebnissen der Actinium-Studie aber auch, dass sich die Unternehmen in ihrer internationalen Marketingkommunikation nur sehr zurückhaltend auf die kulturellen Besonderheiten der betreffenden Länder beziehen. Dies erfolgt in ausgeprägter Weise nur in jedem fünften Fall, bei zusätzlichen 38 Prozent zumindest teilweise. Eine bestenfalls geringfügige Orientierung an den spezifischen Landesverhältnissen findet bei 41 Prozent der Firmen statt.

Noch problematischer sieht es bei den Informationssystemen für das Management (MIS) aus. Für alle oder zumindest die wichtigsten Regionen oder Staaten sind von 31 Prozent der Firmen landesspezifische Erfordernisse darin abgebildet, alle anderen bieten global die gleichen MIS-Systeme der Zentrale an. Dort wo es lokale Anpassungen gibt, wurden sie zu 18 Prozent auf der inhaltlichen Ebene vorgenommen und zu 11 Prozent in sprachlicher Hinsicht. Andere Aspekte wie etwa eine landesspezifische Benutzerführung sind hingegen ganz selten berücksichtigt worden.

„Es ist erstaunlich, mit welcher Inkonsequenz die Internationalisierung des Business betrieben wird“, wundert sich Actinium-Geschäftsführer Klaus Hüttl angesichts der Befragungsergebnisse. Dass die lokalen kulturellen Gegebenheiten weitgehend ignoriert werden, trage vermutlich eine wesentliche Mitverantwortung für die häufigen Integrationsschwierigkeiten in die dortigen Märkte, problematisiert der Consultant. „Schon innerhalb von Europa gibt es gewaltige kulturelle Unterschiede, in anderen Regionen der Welt sind sie sogar noch größer, wie letztlich auch jeder mit internationaler Erfahrung weiß.“

Allerdings sieht Hüttl auch die Softwareanbieter in der Pflicht, ihre Managementinformationssysteme stärker auf länderorientierte Erfordernisse auszurichten. Die MIS-Systeme seien ein wesentlicher Kern der Unternehmenssteuerung und müssten deshalb allerorts genau verstanden werden, doch die Begrifflichkeiten beispielsweise werden aus dem jeweiligen kulturellen Kontext und den Gegebenheiten in dem betreffenden Land heraus interpretiert. „Deshalb hat es keineswegs eine triviale Bedeutung, sich genauer mit dem jeweiligen regionalen Verständnis zu beschäftigen und sich inhaltlich und auch im Handling der Softwaresysteme gezielt darauf auszurichten“, urteilt der Actinium-Geschäftsführer.

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