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Banken rechnen mit Margenverlust im Privatkundengeschäft

24.05.07

Der Privatkunde steht bei Deutschlands Kreditinstituten hoch im Kurs. Neun von zehn Banken gehen davon aus, dass der Wettbewerb in diesem Segment in den kommenden zwölf Monaten zunehmen wird. Der Kampf um Marktanteile geht dabei auf Kosten der Margen. Mehr als die Hälfte der Bankentscheider rechnet mit einem Rückgang der Gewinnspannen. Nur gut jeder zehnte glaubt an Expansion. Das ist das Ergebnis der Studie „Banking Trend“ von Steria Mummert Consulting in Zusammenarbeit mit dem Bankmagazin und ibi research.

Aktuell stufen nur 28,3 Prozent der Banken ihre eigene Lage im Privatkundengeschäft besser ein als den Gesamtmarkt. Um sich im Wettbewerb um den Privatkunden besser zu positionieren, plant deshalb knapp die Hälfte (46,9 Prozent) der befragten Kreditinstitute in den kommenden zwölf Monaten zusätzliche Investitionen. Rund 80 Prozent der Befragten setzen verstärkt auf den Vertrieb von Versicherungen – in erster Linie Vorsorgeprodukte. Darüber hinaus verstärken die Banken ihre Aktivitäten im Wertpapiergeschäft, bei Konsumentenkrediten und in der Vermögensverwaltung. Spar- und Bausparprodukte werden dagegen an Bedeutung verlieren, dies erwartet jeder vierte befragte Bankentscheider.

Trotz der Unsicherheit in der Bewertung der aktuellen Marktsituation: Mit Blick auf die Zukunft sieht sich die Mehrheit der Institute im Privatkundengeschäft gut aufgestellt. 93 Prozent sind der Ansicht, dass sich ihre eigene wirtschaftliche Situation im Verhältnis zum Gesamtmarkt auf gleichem Niveau oder sogar besser entwickeln wird. Der Anteil der Optimisten (46,5 Prozent) ist hierbei deutlich höher als der hinsichtlich der aktuellen Lage (28,3 Prozent). Dies unterstreicht die Aufwärtsbewegung.

Die zusätzlichen Investitionen im Privatkundengeschäft spiegeln sich allerdings aktuell noch nicht in steigenden Mitarbeiterzahlen im Bankensektor wider. Nur knapp jeder fünfte Bankentscheider (18,4 Prozent) plant Neueinstellungen. Mehr als vier von zehn Befragten (43,9 Prozent) sagen sogar insgesamt sinkende Mitarbeiterzahlen voraus. Zwar haben die Banken vor allem im Vertrieb einen verstärkten Bedarf an qualifizierten Beratern – allerdings ohne sich in größerem Umfang binden zu wollen. Sie setzen eher auf flexible Arbeitsmodelle und die Zusammenarbeit mit unabhängigen Finanzberatern. Die positive Prognose der Bankentscheider bis 2009 und die anziehende Konjunktur deuten allerdings darauf hin, dass die Kreditinstitute ihre Zurückhaltung auch auf der Personalseite lockern werden.

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