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Behörden haben letztes Jahr mehr IT-Aufträge vergeben

26.06.08

Die öffentlichen Verwaltungen hatten 2007 im Vergleich zum vorangegangenen Jahr mehrheitlich die IT-Ausgaben deutlich gesteigert. Nach einer Befragung von 78 Beschaffungsstellen in Bundes- und Landesbehörden durch das Beratungshaus INFORA GmbH nahm das Volumen der Auftragsvergabe an IT-Unternehmen in neun von zehn Fällen zu. 62 Prozent der Verwaltungen verzeichneten gegenüber dem Vorjahr einen Anstieg zwischen sechs und zehn Prozent, bei weiteren 14 Prozent lag er sogar darüber. Eine nur marginale Steigerung der Beschaffungsaufträge bis zu 5 Prozent wurde in jeder achten befragten Behörde registriert.

Im Vordergrund der Beschaffungsmaßnahmen standen 2007 Server-Systeme. Sie wurden von zwei Drittel der befragten Verwaltungen in Auftrag gegeben. Deutlich seltener, aber immerhin von 54 Prozent der befragten Behörden wurden IT-Anbieter mit der Entwicklung von Individual-Software betraut. An dritter Stelle des Rankings der Beschaffungsarten für IT standen Netzwerklösungen, die ebenfalls in mehr als jedem zweiten Fall eine ausgeprägte Bedeutung in den Vergabemaßnahmen hatten. Beratungsaufträge wurden 2007 im Vergleich dazu deutlich seltener vergeben (28 Prozent), spielten aber dennoch eine deutlich größere Rolle als etwa die Bestellung neuer Arbeitsplatz- oder Standardsysteme (26 bzw. 22 Prozent). Projekte zur Betriebsorganisation und Archivierung hatten in jeder fünften Bundes- oder Landesverwaltung einen hohen Stellenwert, während Aufträge für das Dokumentenmanagement bzw. die eAkte von jeder siebten Behörde initiiert wurden. Mit der Vergabe von Outsourcing- und Telekommunikationsmaßnahmen beschäftigte sich letztes Jahr hingegen kaum eine an der Umfrage teilnehmenden Beschaffungsstellen.

„Die öffentliche Verwaltung befindet sich in Sachen Modernisierung der IT derzeit in einem relativ dynamischen Prozess“, bewertet Per Wiegand, Geschäftsbereichsleiter bei INFORA, die Ergebnisse für 2007. Diese Entwicklung habe sich in diesem Jahr in ähnlicher Weise fortgesetzt, betont er mit Blick auf seine aktuellen Erfahrungen in der Beratung. In seinen Augen ist in der Beschaffung der Anteil von Individualsoftware überraschend hoch. Dieser Trend werde sich jedoch wandeln: „Die Bedarfsträger werden sich zunehmend von ihren individuellen und oftmals nicht zukunftsfähigen Lösungen trennen und auf Standardsysteme setzen. Dies bedeutet aber in der Konsequenz auch eine Anpassung verwaltungsinterner Abläufe.“

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