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Beim Outsourcing sollten Banken Hosting und Services getrennt ausschreiben

24.06.09

Das Outsourcing der Kreditinstitute bietet nach den Erfahrungen des internationalen Systemhauses C&P AG erhebliche Potenziale für Kostenersparnisse. Sie lassen sich dadurch erreichen, dass eine Trennung der personalintensiven fachlichen Services einerseits und dem technischen Betrieb der Bankenanwendungen andererseits erfolgt. Dadurch können sich die Institute das sinkende Preisgefälle im Hosting-Markt zunutze machen. Ist ein einzelner Provider neben dem Hosting auch für das Application Management, die Arbeitsvorbereitung und Produktionsüberwachung verantwortlich, lassen sich Korrekturen einzelner Preise kaum vornehmen. Deshalb sollte ein Insourcing der personalintensiven Funktionen oder eine Übertragung dieser Aufgaben auf einen weiteren Dienstleister vorgenommen werden, damit sich die IT-Kosten deutlich günstiger steuern lassen.

„Die Provider für den technischen Betrieb müssen nicht gleichzeitig auch für die personellen Services wie die Arbeitsvorbereitung zuständig sein“, argumentiert Kurt Glabischnig, Vorstand der C&P AG. Im Gegenteil würde sich eine Trennung allein schon deshalb begründen, weil jeweils unterschiedliche Kompetenzanforderungen und Kostenstrukturen bestehen. „Aus Sicht des Kostenmanagements sind beide Bereiche völlig unterschiedlich und dürfen nicht miteinander vermischt werden“, problematisiert er und begründet: „Die Kosten für Rechnerleistungen sinken durch innovative Technologie und Skaleneffekte kontinuierlich, während sich bei den Personalkosten im Regelfall kaum wesentliche Ersparnispotenziale bieten.“

Eine Trennung bewirke deshalb den Vorteil, an den sinkenden Hosting-Preisen des Marktes partizipieren zu können. „Es sind Ersparnisse in der Größenordnung von 30 Prozent möglich“, so der C&P-Vorstand. „Wird hingegen der IT-Betrieb gemeinsam mit dem Service Produktionsplanung und -überwachung ausgeschrieben, gibt es deutlich weniger Anbieter, die beide Aufgaben gleichzeitig erfüllen können. Und dies bedeutet nach aller Erfahrung höhere Preise.“

Glabischnig sieht in einer solchen Modularisierung der Funktionen als zusätzlichen Nutzen qualitative Effekte, da auf diese Weise eine stärkere Spezialisierung vorgenommen werden kann. Sie steigere seiner Ansicht nach nicht nur das Leistungsniveau, sondern biete wiederum zusätzliche Möglichkeiten der wirtschaftlichen Effizienzverbesserung, weil Spezialisten die gleiche Leistungsqualität mit geringem Aufwand erzielen könnten. „Ein IT-Provider hat klassischerweise seine Stärken ganz woanders als ein Dienstleister mit Fokus auf das Application Management und die Produktionsplanung“, urteilt er. Die Banken sollten sich deshalb die heutigen Anbieterstrukturen im Markt mit ihrem sehr differenzierten Leistungsportfolio zunutze machen.

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