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Business Intelligence droht eine Vertrauenskrise

09.06.09

Immer mehr Anwenderunternehmen sind mit den Herstellern der Business Intelligence-Produkte unzufrieden. Nach einer Befragung der Actinium Consulting unter fast 250 ausgewählten BI-Anwendern aller Branchen wünschen sich deutlich mehr Firmen als noch vor zwei Jahren zukünftig insbesondere, dass sich die Tools einfacher integrieren lassen und schneller implementierbar sowie benutzerfreundlicher werden sollen.

Der Untersuchung zufolge haben derzeit nur 17 Prozent der BI-Anwender nichts oder wenig an den Lösungen auszusetzen, 2007 war ihre Gruppe etwas größer (19 Prozent). Auch die Quote der Unternehmen, die mit gewissen Abstrichen zufrieden sind, ist von 33 auf 30 Prozent gesunken. Damit hat sich der Kreis der unzufriedenen Anwender um 5 Prozent vergrößert, dabei waren die Ausgangswerte vor zwei Jahren für den Actinium-Geschäftsführer Klaus Hüttl „schon eine Ohrfeige für die Hersteller“. Seiner Ansicht nach hätten sie durch die damaligen Ergebnisse schon wach gerüttelt werden müssen, stattdessen sei die kritische Wertung des Marktes weitgehend ignoriert worden. „Vor zwei Jahren waren die zufriedenen Anwender noch zumindest leicht in der Mehrheit“, verweist er darauf, dass nach der aktuellen Studie 52 Prozent der Anwender den Business Intelligence-Tools entweder nur mittelmäßige Noten (32 Prozent) geben oder sehr unzufrieden (20 Prozent) sind.

Vor allem die Integrationsfähigkeit der BI-Produkte soll sich zukünftig nach Meinung von 72 Prozent der Befragten verbessern, dies entspricht einem Plus von 8 Prozent gegenüber 2007. Auch für eine verbesserte Benutzerfreundlichkeit votieren mehr Firmen (64 Prozent), während auf eine schnellere Implementierbarkeit der Tools ähnlich viele Anwender drängen wie vor zwei Jahren (60 Prozent). An vierter Stelle der Anwender-Wunschliste steht für 52 Prozent ein bedarfsgerechteres Funktionsprofil (2007: 46 Prozent). Dagegen monieren vergleichsweise wenige Unternehmen die Lizenzkosten für BI-Software.

„Eine schwierige Integration und aufwändige Implementierung sind die eigentlichen Kostentreiber bei den Business Intelligence-Projekten, deshalb bestehen bei den Anwendern hier auch die größten Schmerzen“, erläutert Hüttl. „Wenn noch der Nutzen hinter den Erwartungen bleibt, weil sich die Benutzer mit den Lösungen schwer tun und deshalb nicht gerne darauf zugreifen, geht die ganze Rechnung für BI nicht mehr auf“, kritisiert der Actinium-Geschäftsführer. Deshalb sei es erforderlich, dass sich die Hersteller selbst stärker an ihren eigenen Versprechungen messen. „Den wohlklingenden Marketingworten müssen konkrete Taten folgen, damit aus der kritischen Haltung der Anwender keine Vertrauenskrise in Sachen Business Intelligence erwächst“, fordert Hüttl. Vor allem der Mittelstand sei nicht an ständig neuen Features und immer komplexeren Tools interessiert, sondern benötige praktikable und schnell einsetzbare Lösungen ohne großen Projektaufwand.

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