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Centracon-Studie: Strategische IT-Entscheidungen beruhen zur Hälfte auf Intuition

26.09.07

Selbst strategische IT-Planungen sind bei einem Großteil der Unternehmen häufig von einem sehr intuitiven Vorgehen geprägt, weil nur selten Nutzwertanalysen oder ähnliche methodische Verfahren zur Optimierung und Absicherung der Entscheidungen eingesetzt werden. Zu diesen Ergebnissen kommt eine Erhebung des Beratungsunternehmens Centracon unter fast 300 Firmen mit einem Umsatz von über 100 Mio. Euro.

Danach gesteht ein Viertel der IT-Manager ein, dass sie sich angesichts der Komplexität von Erfolgs- und Risikofaktoren bei den strategischen IT-Entscheidungen meistens nicht ausreichend sicher fühlen. Bei weiteren 39 Prozent ist dies häufig der Fall, während lediglich 37 Prozent regelmäßig ein gutes Gefühl dabei haben. Gleichzeitig gibt fast jeder zweite Befragte zu Protokoll, dass sie sich mindestens zur Hälfte bei ihren Bewertungen auf ihre Intuition verlassen. Nur bei 24 Prozent stehen weitgehend pragmatische Urteile im Vordergrund und das Bauchgefühl spielt in den Entscheidungsprozessen lediglich eine geringe Bedeutung.

Diese Problematik erklärt sich daraus, dass IT-Nutzwertanalysen, in denen durch eine differenzierte Bewertung anhand messbarer Parameter und weiterer Faktoren alternative Vorgehensmodelle entwickelt werden können, oftmals nicht zum Einsatz kommen. Sie werden derzeit nur in jedem sechsten Fall regelmäßig verwendet, weitere 27 Prozent der Unternehmen greifen manchmal darauf zurück.

„In den Planungen für strategische IT-Investitionen verbergen sich in der Regel sehr komplizierte Beziehungsverhältnisse von vielfältigen Erfolgs- und Risikofaktoren; gleichzeitig müssen die Investitionen am Kerngeschäft des Unternehmens ausgerichtet sein. Diese Komplexität bringt das menschliche Abstraktionsvermögen schnell an seine Grenzen“, beschreibt Heiko Naß, Management Consultant bei Centracon, die Grundproblematik in der Praxis. Damit Entscheidungsprozesse praktikabel bleiben, entziehe man sich dieser Schwierigkeit häufig durch eine Beschränkung auf wenige messbare Parameter und die Fokussierung auf eine bestimmte Sichtweise. Oftmals erfolge insbesondere zu Technologiethemen kein oder nur ein unzureichender Abgleich mit den eigentlichen Unternehmenszielen. „Durch diese Vereinfachung entstehen jedoch sehr subjektiv geprägte Bewertungen, was zwangsläufig ein hohes Risiko einer Diskrepanz von Unternehmenszielen und IT-Architektur mit sich bringt“, verweist der Berater auf die Konsequenzen.

Deshalb seien beispielweise IT-Nutzwertanalysen ein immer wichtigeres Instrument, um zu einer Absicherung der Entscheidung zu gelangen. Hierbei werden in einer mehrdimensionalen Matrix vielfältige quantifizierbare als auch so genannte „weiche“ Faktoren wie beispielsweise Qualitätsaspekte einheitlich und vergleichbar bewertet. Auf diese Weise lassen sich praxisgerechte Entscheidungsalternativen modellieren, weil bei der Analyse Parameter, Kenngrößen und Leistungsangaben in ihren realen Dimensionen verwendet werden. Durch eine gleichzeitig beliebige Kombinierbarkeit und individuelle Gewichtung der Bewertungskriterien steht damit ein flexibles Instrument zur Verfügung, das die Stärke-/Schwächeprofile der zur Diskussion stehenden Alternativen objektiv darstellt.

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