Aktuelle Praxishilfen:
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Im Zuge der Bereinigung ihrer Übertragungsnetze hat die Deutsche Telekom AG zum 30. September alle Verträge für analoge Standard-Festverbindungen (aSFV) gekündigt. Die Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen sind aufgefordert, ihre analogen Dienste binnen Übergangsfrist IP-fähig zu machen, erläutert Bernd Stock, Key Account Manager bei Controlware. Zwar erfolge die Umstellung meist unproblematisch, doch viele Dienste ließen sich nur mit hohem Zeit- und Kostenaufwand in die neue Generation überführen. Daher hat der Systemintegrator ein Angebot in sein Beratungsportfolio aufgenommen, mit dem Unternehmen bei Migrationsszenarien geholfen werden soll.
Kritisch gestalte sich die Umstellung solcher analogen Dienste, die auf feste Bandbreiten und eine fixe Taktung der Signale angewiesen seien. In herkömmlichen SDH-Infrastrukturen werden alle Signale gleich getaktet und in identischen Abständen über klar definierte Übertragungswege ausgeliefert. Viele analoge Protokolle setzen voraus, dass Pakete gleich schnell und in der richtigen Reihenfolge transportiert werden und in prognostizierbaren Zeitslots am Endgerät ankommen. Beim Routing durch IP-Netze kann der Weg jedoch nicht bestimmt werden. Zudem muss auch mit Verzögerungen und Verwerfungen der Paket-Reihenfolge gerechnet werden. Abhilfe könnten stabile MPLS-Standleitungen mit 2 Mbit/s oder mehr bieten. Doch dieser Ansatz stellt in den Augen von Stock auch keine Patentlösung dar, denn die Kosten einer Leitung in notwendiger Qualität und Güte würden acht Mal so hoch zu Buche schlagen wie ihr klassisches analoges Pendant.
Zu Bedenken gibt Stock auch die Sicherheitsaspekte der IP-Telefonie. Mit jeder auf IP migrierten Verbindung entstehe ein zusätzlicher Netzwerk-Endpunkt. Wenn ein Verteilerkasten über IP angebunden werden soll, müsse sichergestellt sein, dass Angreifer von dort aus nicht auf kritische Informationen oder Netze zugreifen können.
Die Analogabschaltung stelle jedoch nur den Anfang einer weitreichenden Neustrukturierung des Telekomnetzes dar, prognostiziert Stock. Bis 2013 würden auch die ISDN-Anschlüsse aufgekündigt und die gesamte SDH-Infrastruktur auf Glasfaser- und Ehternet-Technologie überführt werden.
