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Deutsche Banken optimieren Vertrieb

10.09.08

Der Vertrieb deutsche Kreditinstitute durchläuft eine große Modernisierungswelle. So sollen die Vertriebsinvestitionen in den kommenden drei Jahren bei jeder zweiten Bank höher ausfallen als in diesem Jahr. Mit den zusätzlichen Mitteln soll vorrangig die Beratungs- und Dienstleistungsqualität verbessert werden, bei gleichbleibender Profitabilität. Rund 70 Prozent der befragten Banken investiert daher zusätzlich in Führungsinformationssysteme, um Vertriebsentscheidungen schneller voran zu treiben. Dies sind die Ergebnisse der Studie Branchenkompass 2008 Kreditinstitute von Steria Mummert Consulting in Zusammenarbeit mit dem F.A.Z.-Institut.

Ihr zufloge soll zudem die Kundeninformationen durch die IT-Unterstützung genauer analysiert werden. Dadurch wollen die Banken die Ressourcen auf profitablere Geschäfte lenken, zum Beispiel bei der Altersvorsorge. Dazu sollen im Gegenzug die wenigen lohnenswerten Angebote häufiger über die elektronischen Kanäle abgewickelt werden. Zur Margen-Pflege setzen die Banken darüber hinaus auf neue Preisstrategien, die sich strikter am Kundenutzen orientieren.

Multibanking weiter im Fokus der Vertriebsaktivitäten
Bei der Kundenansprache rückt das Multikanal-Banking weiter in den Mittelpunkt der Vertriebsaktivitäten. Hierbei soll die Kommunikation noch stärker als bisher am Kundenprofil und nachgefragtem Produkt ausgerichtet werden. Bankfilialen sollen mehr Kunden mit großem Beratungsbedarf betreuen, die margenstarke Produkte nachfragen. Zu diesem Zweck werden in den nächsten Jahren die Zweigstellen offener und freundlicher gestaltet. Die Summe der Bankberater im Außendienst wird ebenfalls steigen. Fast die Hälfte (49 Prozent) aller Bankmanager erwarten mehr Geschäft durch mobile Vertriebsmitarbeiter, die Kunden außerhalb der üblichen Öffnungszeiten beraten. Ein knappes Fünftel (19 Prozent) will zudem mobile Banking als ergänzenden elektronischen Kanal anbieten, um die Attraktivität innerhalb der jungen Zielgruppe zu steigern.

Neukunden durch Vertriebskooperation
Zum weiteren Ausbau des Neukundengeschäfts setzen die Banken auch zukünftig weiter auf Vertriebskooperationen. Für 73 Prozent der befragten Bankmanager zählen die Versicherer zu den wichtigsten Partnern. 40 Prozent wollen die Zusammenarbeit mit Maklern, Strukturvertrieben sowie freien Finanzdienstleistern erweitern. Die Sparkassen liebäugeln vor dem Hintergrund der Neukundenakquise mit den Energieversorgern. Hier sind es insbesondere die Stadtwerke, die regional eine ähnlich starke Präsenz aufweisen.

Im Rahmen der Studie sind 114 Banken-Entscheider aus Deutschland und Österreich befragt worden.

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