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Die Bundeswehr braucht einen CIO – Millionen Euro bei der IT verschwendet

27.11.07

Der nun veröffentlichte Bericht des Bundesrechnungshofes lässt Zweifel an der Fähigkeit zum sinnvollen wirtschaftlichen Handeln entstehen. So offenbaren sich bei der Bundeswehr Mängel der Kenntnisse der Sinnhaftigkeit von Outsourcing-Maßnahmen und der Softwareentwicklung.

Outsourcing bei der Marine
Die Prüfer monierten, die Marine habe die Hard- und Software-Wartung ihrer Fregatten ohne angemessene Prüfung von Wirtschaftlichkeit an die Industrie ausgelagert. Die IT-gestützten Führungs- und Waffensysteme auf den Schiffen müssen kontinuierlich gewartet werden, um die Boote einsatzbereit zu halten. Bis zum Jahr 2004 wurde die Pflege in Eigenregie betrieben und danach an private Unternehmen ausgelagert. Neben dem Verlust der Kompetenzen in diesem nicht trivialen Bereich (Einsatzfähigkeit) bemängelte der Rechnungshof die Mehrkosten des Outsourcings in einer zweistelligen Millionenhöhe.

Softwareentwicklung in den Streitkräften
Einen weiteren Stein des Anstoßes fanden die Prüfer in den Führungsinformationssystemen der Bundeswehr. Nach sechs Jahren Entwicklung seien die Systeme nicht in der Lage, zusammen zu arbeiten. Die Bundeswehr arbeitet derzeit daran, den Datenaustausch zwischen den einzelnen Führungssystemen der Teilstreitkräfte möglich zu machen. Doch anstatt Updates zu entwickeln, um die bestehende Software-Landschaft zu optimieren, wurde eine völlig neue Software programmiert, die mit den bestehenden Führungssystemen nicht kompatibel ist. Als Konsequenz aus dem vom Ministerium gestarteten Pilotprojekt müssen mache Dienststelle derzeit parallel mit der alten und neuen Software arbeiten.

Lagerhaltungssoftware bei der Luftwaffe
Für die Bedarfsermittlung von Ersatzteilen nutzt die Luftwaffe seit 1991 ein Software-System. Bis zu jetzigen Zeitpunkt wurden dafür 5,5 Millionen Euro aufgewendet – laut Rechnungshof jedoch ohne erkennbaren Nutzen.

Auftragsvergabe beim Projekt Herkules ein Fall für den Berater
Im Rahmen des Projekts Herkules will die Bundeswehr ihre Informationstechnik modernisieren. 140.000 PC, die zentralen Systeme in den Rechenzentren, die Netzwerk-Infrastruktur und das Festnetz sowie der Mobilfunk sollen auf den neuesten Stand der Technik gebracht werden. Die Modernisierung in Höhe von sieben Milliarden Euro soll in Form von öffentlich-privaten Partnerschaften geschafft werden. Neben dem Projekt an sich stören sich die Prüfer vor allem an der Art der Auftragsvergabe und fehlenden Wirtschaftlichkeits- und Alternativenprüfung.

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