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Die Schwächen herkömmlicher MES-Lösungen

06.08.09

Die FELTEN Group bewertet die bisherigen MES-Systeme nur als Vorstufe einer Entwicklung in Richtung intelligent gesteuerter Produktionsprozesse. Das Unternehmen beschreibt die Gründe, warum das bisherige MES-Selbstverständnis zu kurz gedacht ist und nicht für die Production Intelligence-Zukunft (PI) ausreicht:

• Eine zu isolierte Sichtweise: Das Produktionsmanagement wird in der Praxis typischerweise für sich allein und ohne Einbezug des Umfelds mit seinen spezifischen Bedingungen betrachtet. Die MES-Systeme haben eine solche Ausrichtung faktisch sogar noch forciert, weil sie trotz des Integrationsanspruchs in ERP-Systeme nicht für eine ganzheitliche Sichtweise angelegt sind.

• Zu starke Technik- und Systemorientierung: Die eigentlichen Potenziale zur Produktivitätssteigerung liegen in den Prozessen, aber die bisherigen MES-Strategien werden von einem technischen Fokus dominiert. Und indem eine konsequente Prozessorientierung fehlt, können bestehende Optimierungsmöglichkeiten nur unzureichend genutzt werden.

• Starre statt flexible Prozessführung: Die MES-Ansätze in der herkömmlichen Weise streben nach einer Maximierung der Automation in den Prozessen. Aufgrund der Veränderungen der Märkte sind die Unternehmen jedoch gezwungen, eine höhere Flexibilität der Abläufe zu erreichen. Deshalb bedarf es Lösungen, die eine bedarfsgerechte Koexistenz von automatisierten und manuellen Prozessen gewährleisten. Denn besonders wenn eine hohe Planungskomplexität mit einer großen Anzahl an Produkten und Produktionsstufen besteht und gleichzeitig kurzfristige Dispositionsentscheidungen getroffen werden müssen, bewirkt die geringe Steuerungsflexibilität sehr statische Bedingungen.

• Der Mensch wird vernachlässigt: Viele Automatisierungsstrategien vernachlässigen, dass der Mensch als Träger von Intelligenz, Wissen und Erfahrung in Prozessen nie vollständig durch Technik zu ersetzen sein wird. Durch die MES-Systeme ist jedoch das Pendel vielfach zu stark in Richtung Automatisierung ausgeschlagen und hat den Faktor Mensch mit seinen produktivitätssteigernden Potenzialen in den Hintergrund gerückt, statt eine Balance von Technik und Mensch zu gewährleisten.

• Weitgehend isolierte Planungs- und Steuerungsprozesse: Die Produktion und das Business sind in der Unternehmensrealität vielfach weitgehend getrennte Welten, obwohl sie in gegenseitigen Abhängigkeiten stehen. Die gängigen MES-Systeme sind aber durch ihre fehlende Prozessorientierung nicht in der Lage, die immer notwendigere Integration der Business- und Produktionsprozesse mit durchgängigen Planungs- und Steuerungsdaten zu unterstützen.

• Keine ausreichende KPI-Steuerung möglich: Das MES-basierte Produktionsmanagement betrachtet Optimierungsmöglichkeiten nur mit zeitlicher Verzögerung im Rückspiegel, außerdem sind die genutzten KPI-Ansätze in ihrer Auswertungstiefe nicht ausreichend. Erforderlich ist aber ein Realtime-Monitoring durch intelligente Analyse- und Steuerungsinstrumente, damit sich die Produktivitätshindernisse schneller, präziser und für gezieltere Verbesserungsmaßnahmen identifizieren lassen. 

• Keine administrativen Optimierungsmethoden: Die MES-Systeme herkömmlicher Ausprägung verfolgen in ihrem Grundverständnis keinen Anspruch auf Verbesserungen im Umfeld des Produktionsmanagements. Eine solche Abgrenzung entspricht aber längst nicht mehr den Bedürfnissen der Unternehmen, weil aus den Rahmenbedingungen erhebliche Einflüsse auf die Produktivität entstehen können. Insofern muss ergänzend ein ganzheitliches Managementkonzept wie Total Productive Management (TPM) in die Strategie für das Produktionsmanagement eingebzogen werden.

„Angesichts dieser Schwächen der bisherigen MES-Systeme stellt Production Intelligence als ganzheitlicher und prozessorientierter Ansatz eine evolutionäre Fortentwicklung dar“, urteilt Werner Felten, Geschäftsführer des gleichnamigen Softwarehauses. „Damit wird das Produktionsmanagement aus seinem isolierten Selbstverständnis und damit seinen Leistungsbeschränkungen herausgelöst, so dass deutlich höhere Effekte zur Effizienzsteigerung erzielt werden können.“ Den Unternehmen, die noch keine MES-Systeme oder Lösungen für die Maschinen- und Betriebsdatenerfassung (MDE/BDE) einsetzen, empfiehlt er aus Gründen der wirtschaftlichen Sicherheit, den Umweg über die klassischen Systeme zu vermeiden. „Weil den PI-orientierten Lösungen eindeutig die Zukunft gehört, erzeugt eine Ausrichtung auf den veralteten MES-Gedanken hohe Investitionsrisiken.“

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