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ISO-Standard 38500 nimmt die Geschäftsleitung stärker in die IT-Pflicht

01.09.09

Die Veröffentlichung des internationalen Standards ISO/IEC 38500:2008 „Corporate Governance of  Information Technology“ Mitte letzten Jahres zeigt das erhebliche internationale Interesse am Thema IT Governance. Denn obwohl bereits eine Vielfalt an Frameworks, Standards und Best Practices mit dem Ziel entwickelt wurden, die IT besser mit den Geschäftsstrategien zu verschmelzen, hapert es in der Praxis unverändert an einer ausreichenden Integration. Bei den bisherigen Ansätzen fehlte es an einem gemeinsamen Nenner und breiter Akzeptanz. Vor allem aber würde der neue Standard den vielen Auslegungen und Missverständnissen bei der Gestaltung der Corporate Governance ein Ende bereiten. Zu den besonderen Merkmalen der ISO/IEC 38500 gehören:

  • Der Standard definiert den Begriff „IT Governance“ eindeutig und in Abgrenzung zur Bezeichnung „Management“, so dass Licht in die Interpretationsvielfalt gebracht wird. 
  • Die ISO/IEC 38500 stellt klar, dass es sich bei „IT Governance“ nicht um eine reine IT-Angelegenheit handelt. Denn die Norm zieht mit ihrer Bezeichnung „Corporate Governace of Information Technology“ den Bogen wesentlich größer und macht damit deutlich, dass die IT ein essentieller Bestandteil der Geschäftsprozesse und damit des Unternehmens ist.
  • Es wird klar gestellt, dass die Verantwortung für Einsatz und Nutzung der IT eindeutig auf Seiten der Unternehmensführung liegt, weil sie sich nicht primär an den CIO oder IT-Manager sondern an die Unternehmensführung wendet.

Damit wird erstmals zweifelsfrei die Verantwortung auf die Geschäftsleitung übertragen. Sie muss die Richtung vorgeben und die Umsetzung sicherstellen. So benennt der Standard die integralen Bestandteile der IT Governance mit ihren fundamentalen Aufgaben der Geschäftsführung, nämlich der Bewertung (Evaluation), Steuerung (Direction) und Überwachung (Monitoring) der IT-Nutzung mit ihrer Orientierung an den Unternehmenszielen. Diese High Level-Beschreibung mit ihrer klaren Adressierung der Geschäftsleitung ergänzt somit die bestehenden Frameworks und Normen.

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