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IT-Investitionen werden oft nicht sicher genug geplant

20.04.11

Die Unternehmen blicken bei ihren IT-Investitionen häufig ausschließlich auf den abgegrenzten Einzelfall und lassen dessen mögliche Auswirkungen auf die weiteren Projektvorhaben außer Acht. Ebenso finden sich fundierte, einheitliche Verfahren zur Auswahl von IT-Projekten nach einer Studie der Ardour Consulting gerade einmal bei jedem zweiten Anwender. Noch seltener wird geprüft, ob geplante IT-Vorhaben in ihrem Nutzen möglicherweise negative Wirkungen auf andere Projekte haben.

„In den Unternehmen besteht ein latentes und nicht zu unterschätzendes Investitionsrisiko“, resümiert Ardour-Geschäftsführer Michael Maicher angesichts dieser Befragungsergebnisse unter 166 Mittelstandsfirmen und Konzernen. „Ich bin verwundert, dass vielfach nicht einmal verbindliche Methoden bestehen, um Auswahlentscheidungen für IT-Projekte zu treffen“, wundert er sich. Denn solche Verfahren, in denen beispielsweise nach klaren Bewertungskriterien der zu erwartende Nutzen von Investitionen ermittelt wird, werden in voller Konsequenz lediglich von jedem sechsten Unternehmen eingesetzt. Ein weiteres Drittel nutzt solche Methoden wenigstens teilweise, alle anderen sind weit von einheitlich-systematischen Vorgehensweisen entfernt.

Dies trägt möglicherweise wesentlich dazu bei, dass IT-Projekte in der Praxis deshalb häufig scheitern, weil sich der Nutzen nicht eindeutig ermitteln lässt. Zu dieser kritischen Selbsterkenntnis kommt fast jeder zweite befragte IT-Manager. Lediglich ein knappes Drittel gibt zu Protokoll, dass wegen unzureichender Nutzenperspektiven eine IT-Maßnahme vorzeitig beendet wird und die Investitionen abgeschrieben werden müssen.

Etwas besser sieht es bei der Frage aus, ob Projekte häufiger deshalb nicht den vollständigen Nutzen generieren können, weil die Change-Prozesse – beispielsweise notwendige organisatorische Veränderungen als Konsequenz einer IT-Investition – nicht verantwortlich definiert sind. Hier geben 44 Prozent an, dass die Quote solcher Projekte mit eingeschränkten Ergebnissen unter 10 Prozent liegt. In jedem fünften Fall sind davon jedoch ein Drittel der IT-Maßnahmen betroffen. Noch ungünstiger ist die Situation in jedem zehnten Unternehmen, wo in der Regel mehr als ein Drittel der Projekte darunter leiden, dass die Verantwortlichkeiten für notwendige Veränderungen nicht geklärt werden.

„Die Unternehmen stellen unbestritten ein sehr komplexes Gebilde an sozio-technischen Strukturen dar. Deshalb verwundert es, mit welch isoliertem Blick auf die Einzelinvestitionen technische Innovationen geplant werden“, äußert sich der Ardour-Consultant kritisch. „Jede technologische Veränderung hat zwangsläufig auch Konsequenzen für das strukturelle, organisatorische oder personelle Umfeld. Diese Wirkungen müssen im Rahmen des Value Management vor den Investitionsentscheidungen genau analysiert werden, um Nutzeneinbußen bei den Projekten zu vermeiden.“

Doch davon sind die meisten Unternehmen noch weit entfernt. Schließlich nutzt nur eine Minderheit von einem Drittel in ihren Methoden Ursache-Wirkungsketten, um systematisch die Nutzeneffekte sowie negative Rückkopplungen von Investitionen zu ermitteln. „Die Optimierungspotenziale zur Steigerung der Investitionssicherheit lassen sich in hohem Maß finden, wenn die meist vielfältigen Einflussbeziehungen transparent gemacht werden“, betont Maicher. Er empfiehlt Unternehmen, Investitionen ab einer gewissen Größenordnung durch verpflichtende Vorstudien einheitlich und strukturiert auf ihren Nutzenbeitrag durch ein unabhängiges Team untersuchen und bewerten zu lassen. Dieses interdisziplinäre Team sollte sich je nach Unternehmensorganisation aus Experten des CIO-Bereichs, des Controllings und der Organisationsentwicklung zusammensetzen. „In jedem Fall muss dieses Konzept für alle IT-Projekte gelten und dies erfordert eine konsequente Unterstützung durch die oberen Managementetagen.“

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