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IT-Outsourcing aus der Talsohle heraus

08.02.08

Durch einen Endspurt vor allem im letzten Quartal fand das Jahr 2007 beim IT-Outsourcing noch ein versöhnliches Ende. Trotzdem sank das Gesamtvolumen aller Verträge innert Jahresfrist laut „Sourcing Monitor“ des Beratungshauses Active Sourcing AG um 8 Prozent auf 560 Millionen CHF. Für die nächsten drei Jahre erwarten die Analysten allerdings ein stabiles Hoch in diesem Markt.

Der Schweizer IT-Outsourcing-Markt hat im vergangenen Jahr die typische zyklische Talsohle hinter sich gebracht. Allerdings konnte er seit dem September wieder deutliches Wachstum verzeichnen und avancierte das vierte Quartal 2007 zum stärksten seit über einem Jahr. Zwar konnte der „Sourcing Monitor“, in dem alle Outsourcing-Kontrakte mit einem Total Contract Value (TCV) von über 10 Millionen CHF erfasst werden, keine Verträgen mit ausserordentlich grossem Volumen ermitteln. Wohl aber gab es während dieses Zeitraums zahlreiche Abschlüsse im zweistelligen Millionenbereich.

Weiterhin signifikantes Wachstum beim Neugeschäft

Den Höhepunkt des Quartals bildet das Abkommen zwischen der Migros Bank und T-Systems. Im Rahmen des Wechsels auf Finnova übernimmt der Dienstleister für die Migros Bank den Betrieb und das Applikationsmanagement des neuen Gesamtbankensystems. „Bemerkenswert am vierten Quartal 2007 ist der hohe Anteil an Neugeschäft im Verhältnis zu den Erneuerungen der Verträge“, urteilt Active Sourcing-Geschäftsführer Stefan Regniet. Damit habe sich die positive Entwicklung des vorangegangenen Quartals fortgesetzt.

Banken dominieren bei den Outsourcing-Verträgen

Die Summe aller Verträge des Jahres 2007 mit einem TCV von zehn Millionen oder mehr erreichte ein Volumen von 560 Millionen CHF. Im Vergleich zum Jahr 2006 bedeutet dies jedoch einen Rückgang um etwa 8 Prozent. Diese Entwicklung ist vor allem darauf zurückzuführen, dass in der Schweiz letztes Jahr lediglich ein Abschluss im dreistelligen Millionenbereich getätigt wurde. Dabei überwogen die Neuabschlüsse: Erstauslagerungen machten 2007 über 60 Prozent des Gesamtmarktes aus, nach dem Vertragsvolumen gerechnet erreichten die Neuabschlüsse sogar drei Viertel des Markt.

Getragen wurde die Entwicklung im IT-Outsourcing-Markt vor allem durch die Banken. Sie nahmen 2007 eine klare Führungsposition ein und beherrschen mittlerweile beinahe die Hälfte des Marktes (46 Prozent). Demgegenüber haben die Versicherungen in der aktuellen rollenden Jahresbetrachtung den Anschluss verloren, während die Pharma- /Chemiebranche auf den zweiten Platz vorgerückt ist.
Hinsichtlich der ausgelagerten Services nahmen 2007 Midrange Services die Spitzenposition ein. Sie beherrschen 40 Prozent der Verträge mit einem TCV von mehr als zehn Millionen Franken. An zweiter Stelle folgt das Outsourcing von Desktop-Diensten. Allein diese beiden Service-Bereiche beherrschen inzwischen etwa zwei Drittel des Schweizer Marktes. Den Rest teilen SAP- und Application Management-Services sowie dieauf dem letzten Platz positionierten Mainframe-Services unter sich auf.

Schweiz in den nächsten Jahren ein Milliardenmarkt

Für 2008 und die beiden darauf folgenden Jahre erwartet Active Sourcing, dass das Marktvolumen wieder über eine Milliarde Schweizer Franken ansteigen wird. Dafür spricht der Business Forecast des „Sourcing Monitor“. „Rund ein Dutzend grosser bis sehr grosser Outsourcing-Verträge bestimmen das Volumen des Schweizer IT-Outsourcing-Marktes“, erläutert Regniet. „Da nur wenige davon 2007 fällig waren, stehen die meisten Verträge für die nächsten drei Jahre an“, begründet der Active Sourcing-Geschäftsführer die positiven Erwartungen.

Quelleninformation

Quelle dieser und weiterer Ergebnisse ist der Sourcing Monitor «Schweiz Q4 2007» von Active Sourcing. Der Statistik-Report erscheint quartalsweise und gibt Auskunft über die Total Contract Values (TCV) der abgeschlossenen Verträge im Schweizer IT-Outsourcing-Markt. Dezidierte Auswertungen zum KMU-Sektor sowie Business Forecast und Pipeline finden sich in der käuflichen Version. Das Zürcher Beratungsunternehmen berücksichtigt ausschliesslich Deals mit einem Vertragsvolumen von mindestens zehn Millionen Franken. Zu den erfassten Dienstleistungen gehören Infrastruktur-Outsourcing (Desktop, Mainframe, Midrange) sowie Applikations-Outsourcing (SAP-Basisbetrieb, Application Management). Im Ausland abgeschlossene Verträge, welche Schweizer Umsätze betreffen, sind im Sourcing Monitor nicht erfasst.

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