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ITIL als Krisenhelfer

17.03.09

Die Folgen konjunktureller Krisensituationen machen durch die Zwänge zur Kostenreduzierung auch vor der IT-Organisation nicht halt. Durch die bisherigen Konsolidierungsmaßnahmen im Bereich der Applikationen und Infrastruktur sind diese Potenziale jedoch zu großen Teilen ausgeschöpft. „Man kann sagen, dass die Entwicklung des betrieblichen Umfelds stagniert und der Fokus deshalb auf die organisatorischen Maßnahmen mit einer prozessualen Standardisierung, Skalierung und der Schaffung transparenter Kostenstrukturen gelegt werden muss“, urteilt Markus Bause, Geschäftsführer des Beratungshauses Serview. „Dies ebnet den Weg zu wertvollen Schätzen, die vielfach noch nicht gehoben sind und sehr deutliche wirtschaftliche Effekte erzeugen.“

Ein wichtiges Instrument sei dafür das Regelwerk ITIL. Allerdings gilt es in den Augen von Bause, sich in Krisenzeiten mit begrenzten Budgets auf die wirkungsvollsten Effizienzbeschleuniger zu konzentrieren. Serview hat deshalb in einer ITIL-Agenda die sechs wichtigsten Bereiche herausgearbeitet, auf die sich die Unternehmen aktuell konzentrieren sollten:

1. Financial Management: Aufbau der Standards und Strukturen für die serviceorientierte Budgetplanung und -verwaltung sowie zur Kostenermittlung und für das Kostenreporting.
2. Service Level Management: Konzeption und Einsatz klarer Leistungsstrukturen, die bei Vertragsverhandlungen über IT-Services unterstützen und aufgrund klarer Kostenstrukturen auch erst relevante Einsparungen möglich machen. Zudem bewirken sie die notwendige Transparenz zwischen der Service-Erbringung und den Kosten-/Preisstrukturen.
3. Supplier Management: Einführung von Best Practice-basierten Standards für das Management der Auslagerung von IT-Services als Maßnahme zur Kostenreduzierung und einer höheren Flexibilität durch Konzentration auf Aufgaben, die unmittelbar zum Kerngeschäft der IT gehören.
4. Security Management: Etablierung eindeutiger Security Policies und eines Information Security Managements auf Basis ITIL und ISO/IEC 27001 zur konsequenten Sicherung der IT-Services auch in Krisenzeiten mit finanziellen Einschnitten.
5. Service Continuity Management: Aufbau von Standards und Verfahren zur gesicherten Steuerung von Wiederanlauffällen unter Berücksichtigung kostenoptimierter Lösungen.
6. Risk Management: Entwicklung von Methoden zur Risikobewertung und Managementstrukturen, um etwa Einsparungspotenziale und deren Einfluss auf den Betrieb zielgerichtet analysieren zu können. Zudem gilt es, sich hier einer direkten Abstimmung von Kosteneinsparungsplänen und den damit verbundenen Betriebsrisiken durch klare Prozess-Schnittstellen zu widmen.

„In wirtschaftlichen Krisenzeiten kommt es darauf an, die richtigen Weichen zu stellen“, urteilt der Serview-Geschäftsführer. Die Maßnahmen müssten in seinen Augen deshalb darauf gerichtet werden, die Effizienzpotenziale in den IT-Prozessen zu aktivieren und gleichzeitig die wirtschaftlichen Steuerungsmöglichkeiten im IT Service Management zu verbessern. „Denn leistungsfähige IT-Prozesse zu schaffen bedeutet, die Kosten zu reduzieren, die Fehlerquote zu mindern und eine höhere Reaktionsfähigkeit zu schaffen“, betont Bause. Gerade dies sei in konjunkturell schwierigen Situationen besonders wichtig.

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