Aktuelle Praxishilfen:
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... [mehr]Kein Zusammenhang zwischen Konjunktur und Krankenstand
Seit dem historischen Tiefststand im Jahr 2006 ist der Krankenstand ohne Unterbrechung gestiegen. Für das Institut der deutschen Wirtschaft in Köln (iw) besteht kein Zusammenhang zwischen Konjunktur und Krankenstand.
Im Jahr 2010 – so berichtet das Institut unter Berufung auf den Gesundheitsreport des Bundesverbands der Betriebskrankenkassen – sind die pflichtversicherten Beschäftigten im Durchschnitt 15 Tage durch Krankheit ausgefallen. 1996 waren es noch fast 21 Tage. Dieser Durchschnittswert reduzierte sich über die Jahre auf 12,4 Tagen in 2006. Während des wirtschaftlichen Aufschwungs 2007 und der abkühlenden Konjunktur im darauffolgenden Jahr und der sich daran anschließenden Krise stiegen die Fehltage wieder an.
Rund ein Viertel der Arbeitsausfälle gehen laut dem Bundesverband der Betriebskrankenkassen auf das Konto schmerzender Muskeln und Gelenke. Bronchitis, Asthma oder Erkrankungen an den Atemwegen sind für jeden siebten Ausfall verantwortlich. Etwas weniger Fehlzeiten registrierte der Bundesverband der Betriebskrankenkassen bei Verletzungen oder Vergiftungen. Deutlich zugenommen hat die Bedeutung von psychischen Störungen. Seit 1995 hat sich die Zahl der hierdurch verursachten Ausfälle auf zwei Tage je BKK-Mitglied verdoppelt. Diese Zahl beinhaltet auch die arbeitslosen Mitglieder. Dass die Fehlzeiten generell zunehmen, sieht das iw in der Demographie begründet: Die Belegschaften werden immer älter. So sind die Beschäftigtenzahlen der über 55-jährigen in den zurückliegenden Jahren deutlich gestiegen und mit dem Alter nimmt das Risiko zu, krank zu werden. Dieser Zusammenhang spiegelt sich auch in der Verteilung der Arbeitsunfähigkeitstage wider: Bis Mitte 30 sind beschäftigte BKK-Mitglieder im Durchschnitt weniger als zehn Kalendertage pro Jahr krankgeschrieben. Mitarbeiter, die fünf bis zehn Jahre vor dem Rentenalter stehen, fallen dagegen durchschnittlich 27 Tage aus. Schuld hieran sind vor allem Muskel- und Skeletterkrankungen. (BD)
