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Nichtssagende Zahlen als Ursachen des BI-Frusts

06.05.09

Die Ursachen für die weit verbreitete Unzufriedenheit mit Business Intelligence-Lösungen resultieren nach Auffassung des Beratungshauses coretelligence aus der Fokussierung auf reines Zahlenmaterial. „Zahlen haben keinen ausreichenden Nutzen, solange sie nicht in dem Kontext des entsprechenden Wertschöpfungsprozesses interpretiert werden“, problematisiert coretelligence-Geschäftsführerin Marianne Wilmsmeier. Doch statt sich der Herausforderung zu stellen, den ausgewerteten Zahlen eine Aussagekraft zu verleihen, werde nur nach weiteren technischen Raffinessen gesucht und würden die Tools in ihrer Komplexität kontinuierlich erweitert. Sie moniert, dass sich der Herausforderung, den ausgewerteten Zahlen eine Aussagekraft zu verleihen, bislang noch kein BI Tool ernsthaft gestellt hat. „Man kann zwar eine Zunahme an technischen Innovationen und Raffinessen erkennen, doch dadurch werden die Werkzeuge meist nur komplexer und noch schwieriger in der Implementierung und Handhabung. Die mäßige Akzeptanz auf der Benutzerseite lässt sich damit aber nicht lösen, sie wächst im Gegenteil.“

„Die bisherigen Konzepte von BI sind ein großes Missverständnis“, urteilt Wilmsmeier kritisch. Business Intelligence sei von Beginn an zu sehr technologisch getrieben und vor allem mit dem Ziel entwickelt worden, bloße Zahlenwerke zu produzieren. „Doch erst sinnvolle Kontextinformationen zu den betreffenden Geschäftsprozessen, die mit diesen Kennzahlen verknüpft sind, schaffen eine Datengrundlage für ergebnissichere Handlungen“, betont sie. „Daher sind sie als Informationsträger in ein Wissensnetz zu integrieren, so dass sie aus den Zusammenhängen unter verschiedenen Perspektiven – beispielsweise mit einer Prozesssicht – betrachtet werden können. Als Konsequenz gewinnt das herkömmliche Data Warehouse dadurch eine gänzlich andere Bedeutung und wird zu einer neuen Datenquelle für das Wissensmanagement.“

Die Abkehr von der klassischen Fokussierung auf nackte Zahlen verlangt in den Augen der BI-Beraterin in einem ersten und keineswegs trivialen Schritt, solche Kontextinformationen für die KPI zu erarbeiten. Die Notwendigkeit einer durchgängig anwendbaren Systematik nach definierten Regeln bedürfe allerdings einer anspruchsvollen Methodik. Darauf aufbauend müssten standardisierungsfähige Verfahren entwickelt werden, um den Mitarbeitern auch konkrete Interpretationshilfen entsprechend ihrer Rolle zu liefern.

„Eigentlich ist die Vision gescheitert, man könne die oft sehr komplexen und vielschichtigen Verhältnisse eines Unternehmens auf wenige Zahlen verdichten und damit zu einer besseren Entscheidungsbasis gelangen“, fordert Wilmsmeier zum Umdenken auf. „Technisch wurde diese Absicht zwar zunehmend realisiert, aber der tatsächliche Nutzen ist weit hinter den Erwartungen geblieben“, verweist sie auf die regelmäßigen Studien, die eine schlechte Benutzerakzeptanz attestieren.

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