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Software-Bewertung: Unternehmen ignorieren Milliardenwerte

19.11.07

In die IT wird mehr investiert als je zuvor, die selbst geschaffenen Werte sind in der Unternehmensführung aber nur selten bekannt. Wie eine INSEAD-Studie im Auftrag von Micro Focus ergeben hat, findet ein Umdenken nur zögerlich statt. Micro Focus, der führende Anbieter von Lösungen für Enterprise Application Management und Modernization, hat heute eine Studie zur Bewertung unternehmenseigener Software vorgestellt. Das erstaunliche Ergebnis der von der französischen Wirtschaftshochschule INSEAD durchgeführten Untersuchung: Zwar investieren Unternehmen hohe Summen in die Entwicklung von Software für den Eigenbedarf, welchen Wert diese hat, erfassen sie aber nicht.

Die Software-Systeme eines Unternehmens sind oft als stille Reserven nicht sichtbar. Erst ihre korrekte Bewertung schafft die Voraussetzung für fundierte Entscheidungen zur Bilanzierung, für Fusionen und Akquisitionen, Joint-Venture-Verhandlungen, Lizenzvergabe und Franchising-Verträge. Auch für Investoren ist eine genaue Kenntnis dieser Werte unverzichtbar. Laut Professor Soumitra Dutta, INSEAD Chair of Business & Technology, schätzen viele Unternehmen Investitionen in Software falsch ein: "Viele Firmen sehen Software als reinen Kostenfaktor an, den sie um jeden Preis niedrig halten wollen. Das ist aber sehr kurzsichtig, denn die Software kann ein entscheidender Wettbewerbsvorteil sein, der über Erfolg und Misserfolg einer Business-Strategie entscheidet."

Investitionen in eine unternehmenseigene Software werden demnach auch nur wie einfache Ausgabeposten behandelt. Die Tatsache, dass mit diesen Investitionen Wirtschaftsgüter von teilweise beträchtlichem Wert geschaffen werden, spielt in einer rein bilanziellen Sicht keine Rolle. Somit erfassen Unternehmen ihre eigene Software - anders als vergleichbare immaterielle Wirtschaftsgüter wie Markenrechte, Patentrechte, Herstellungsverfahren und gekaufte Softwarelizenzen - regelmäßig nicht mit dem entsprechenden Wert. Nicht einmal in der internen Unternehmenskommunikation wird das Thema wahrgenommen.

"CIO und CFO müssen den Wert der unternehmenseigenen Software kommunizieren. Dazu ist die vollständige Bewertung dieser Bestände erforderlich. Beide Punkte werden von fast allen Firmen sträflich vernachlässigt", kommentiert Bernhard Gölitz, Country Manager von Micro Focus Deutschland, die Studie.
Nach Professor Dutta ist die Conjoint-Analyse die beste Möglichkeit, den Wert von Software zu bestimmen. "In der klassischen Conjoint-Analyse bewertet man verschiedene Produkt-Attribute, um möglichst genau den Wert eines Gutes bestimmen zu können. Das funktioniert auch bei Software. Die Unternehmen müssen sich nur anschauen, wie hoch die Erträge sind, die ihre IT-Systeme tatsächlich generieren. Damit haben sie eine solide Grundlage, um den Wert ihrer eigenen Software zuverlässig zu bestimmen."

Weltweit wurden allein im letzten Jahr rund 690 Milliarden Euro für IT-Systeme ausgegeben (Quelle: IDC, Januar 2007). Im Gegenzug sind in den Unternehmen damit auch erhebliche Werte entstanden. Diese auch korrekt zu erfassen, ist eine Aufgabe, die sie nicht auf die lange Bank schieben sollten. "Professor Dutta hat gezeigt, dass die IT aus ihrer traditionellen Rolle im Hintergrund heraustreten muss. CIOs sollten mehr strategische Verantwortung übernehmen und die versteckten Reserven der unternehmenseigenen Software-Systeme identifizieren und kommunizieren", sagt Stephen Kelly, CEO von Micro Focus. "Diese Systeme haben einen hohen Wert, der in einer Vielzahl von Geschäftsprozessen über Jahre hinweg aufgebaut worden ist. Zum ersten Mal haben CIOs und CFOs die Möglichkeit, diese versteckten Schätze im Unternehmen zu heben, und sie sollten sie auch nutzen."

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