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Steigender Erkenntnisbedarf verlangt ein Kennzahlen-Profiling

11.08.10

Das Kennzahlen-Profiling stellt nach Ansicht der Business-Beratung coretelligence eine evolutionäre Fortentwicklung der inzwischen weit verbreiteten Analysesysteme dar. Sie waren seit Anfang der neunziger Jahre als Antwort auf den wachsenden Bedarf der Unternehmen nach differenzierteren Entscheidungsgrundlagen entstanden und wurden seither technisch kontinuierlich differenzierter. „Die Verbreitung der Analysesysteme war eine wichtige Entwicklungsphase, weil sich die Firmen aufgrund ihrer immer komplexeren Bedingungen nicht mehr mit allgemeinen Einschätzungen, Erfahrungen und Bauchgefühl allein sicher steuern ließen“, urteilt coretelligence-Geschäftsführerin Marianne Wilmsmeier.

Allerdings wäre es in ihren Augen eine gefährliche Fehleinschätzung, zu glauben, dass mit dieser technischen Unterstützung bereits ausreichend sichere Entscheidungsgrundladen geschaffen würden. Sie problematisiert, dass heute zwar mit viel Aufwand eine Menge betriebswirtschaftlich relevanter Sachverhalte analysiert und deren Ergebnisse in immer umfangreicheren Reports dargestellt werden. „Doch der tatsächliche Nutzwert der ermittelten Kennzahlen bleibt häufig noch weit unter seinen Möglichkeiten. Denn den Entscheidern helfen im Regelfall keine endlosen Datenkolonnen in den Reports, weil nackte Zahlen meist nur eine zu geringe Aussagekraft haben“, betont Wilmsmeier. „Als es praktisch noch keine systematischen Instrumente als Entscheidungshilfen gab, waren diese inzwischen etablierten Analysesysteme natürlich ein Segen.“

Aber inzwischen hat sich der Erkenntnisbedarf der Verantwortlichen in den Unternehmen weiterentwickelt, weshalb die Ermittlung von Zahlen allein nicht mehr reicht. So ermittelte kürzlich eine Erhebung von coretelligence, dass etwa die Hälfte der Business-Verantwortlichen mit den bestehenden Kennzahlensystemen unzufrieden ist. Hintergrund der kritischen Meinungen ist vor allem die ihrer Ansicht nach zu abstrakte Aussagekraft der Kennzahlen. Zudem spiegeln sie für eine Mehrheit der Befragten zu isolierte Betrachtungen wider und gewähren keinen ausreichenden Einblick in die Bedingungsverhältnisse zwischen verschiedenen Sachverhalten. Als Konsequenz beklagen 58 Prozent, dass sich aus den analysierten Kennzahlen zu wenige Entscheidungshilfen ableiten lassen und für ähnlich viele entsteht ein hohes Risiko von Fehlentscheidungen.

„Aus diesem Grund ist nach der Phase mit der Dominanz analytischer Systeme das Kennzahlen-Profiling als Folgeschritt erforderlich“, urteilt Wilmsmeier. Dahinter verbirgt sich ein neuer methodischer Ansatz, der den Kennzahlen eine deutlich höhere Aussagekraft verleiht. Sie werden dafür in ihren Zusammenhängen und Beziehungsstrukturen transparent gemacht, damit die Benutzer zu gesicherten Erkenntnissen gelangen. Als Folge erhalten auch die Reports ein völlig neues Gesicht.

„Der Erkenntnisbedarf wird immer differenzierter“, sieht sie im Kennzahlen-Profiling eine logische nächste Stufe der Entwicklung, weil analytische Systeme allein nach ihrer Einschätzung nicht für ein tieferes Verständnis der ermittelten Daten sorgen können. Die coretelligence-Geschäftsführerin zieht einen Vergleich heran: In den Anfängen des Internets sei man schon über sehr allgemeine Informationen im Web glücklich gewesen, beispielsweise über ein Urlaubsziel. Aber inzwischen möchte man auch die Fahrtroute geplant bekommen, andere Erfahrungen über das ausgewählte Hotel lesen und via Google Maps einen präzisen Blick auf das Urlaubsdomizil richten. „Überall entwickelt sich das Bedürfnis nach größerer Erkenntnistiefe kontinuierlich weiter. Insofern verbirgt sich eine gewisse Zwangsläufigkeit, dass an die Phase mit dem primären Fokus auf analytische Systeme die des Kennzahlen-Profilings anschließt, um zu differenzierteren Erkenntnissen als bisher zu gelangen.“

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