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Studie: Fachbereiche mögen keine unternehmesweiten BI-Lösungen

14.02.08

Die Fachbereichsverantwortlichen können unternehmensübergreifenden Business Intelligence-Strategien mehrheitlich nichts abgewinnen, weil sie zu komplexe Projekte und auch einen Verlust an Eigenständigkeiten befürchten. Dabei hätten sie Unterstützung nötig, weil es ihnen bei den bisherigen BI-Projekten oft an den notwendigen Kompetenzen fehlte. Zu diesen Ergebnissen kommt eine Erhebung des Beratungshauses coretelligence unter fast 300 Fachbereichsleitern.

Der Studie zufolge plädiert lediglich eine Minderheit von 28 Prozent dafür, dass in ihren Betrieben unternehmensweite BI-Strategien entwickelt werden. Ein weiteres Drittel erachtet sie als nur bedingt hilfreich, dagegen sind 31 Prozent der befragten Manager entgegen gesetzter Auffassung und bewerten solche Vorhaben als nicht erforderlich.

„Damit positionieren sie sich deutlich gegen die in der Fachdiskussion inzwischen vorherrschende Auffassung, nach der das derzeitige Eigenleben der Organisationsbereiche zu Gunsten übergreifend angelegter Ziele und Methoden aufgegeben werden sollte“, bewertet coretelligence-Geschäftsführer Andreas Wilmsmeier die Ergebnisse. „Es macht auf Dauer keinen Sinn, dass etwa der Controlling-Bereich in Sachen BI andere Prozessstrukturen entwickelt als die Vertriebsabteilung und diese wiederum andere technische Konzepte verfolgt als weitere Fachbereiche des Unternehmens“, begründet der BI-Experte die seiner Ansicht nach notwendige Abkehr von den heterogenen Verhältnissen. „Sie beschränken den Nutzen von Business Intelligence-Maßnahmen für die Unternehmen und sind auch wirtschaftlich nicht empfehlenswert.“

Dass die Abteilungsverantwortlichen trotzdem lieber weiterhin in einer selbstständigen BI-Welt leben möchten, resultiert laut der coretelligence-Erhebung vor allem aus der Erwartung, durch Enterprise-Strategien könnten die eigenen Interessen beeinträchtigt werden. So befürchten über die Hälfte, solche übergreifenden Strategievorhaben würden zu Lasten der fachbereichsspezifischen Anforderungen gehen. Gleichzeitig führen sie mehrheitlich als Argument an, dass dann wesentlich komplexere Projekte mit langen Realisierungszeiten und einem höheren Koordinationsaufwand entstehen könnten. Außerdem ist 47 Prozent der Fachbereichsleiter ein damit drohender Verlust an Eigenständigkeit bei den Entscheidungen ein Dorn im Auge.

Diesem Streben nach Autonomie steht allerdings ein deutlicher Mangel an BI-Kompetenzen entgegen. Denn ihre bisherigen Maßnahmen waren vielfach davon geprägt, dass kein ausreichendes Know-how im Fachbereich zur Verfügung stand. In zwei von fünf Fällen konnten dadurch die Projekte nicht oder nur bedingt zielgenau und kostengerecht durchgeführt werden. „In dieser Hinsicht würden unternehmensweite BI-Strategien ebenfalls positive Effekte schaffen, weil sie den unschätzbaren Vorteil eines internen Wissens- und Erfahrungstransfers bieten“, plädiert Wilmsmeier auch unter dem Aspekt der Realisierungsbedingungen für gemeinsame Wege statt zu großer Selbstständigkeitsbestrebungen.

Sowieso vermutet der coretelligence-Geschäftsführer, dass die Position der Fachbereiche einen Reflex auf bestimmte Erfahrungen darstelle. „Der Widerstand gegen Enterprise-Strategien resultiert möglicherweise aus vorangegangenen Data Warehouse-Projekten, die ihre eigenen Anforderungen nicht ausreichend abgebildet haben“, problematisiert er. „Allerdings sind Data Warehouse und Business Intelligence zwei verschiedene Themen“, betont Wilmsmeier.

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