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Studie: ITIL 3-Euphorie ebbt ab

06.02.08

Die ITIL-Anwender sind in den letzten Monaten etwas skeptischer geworden, ob durch ITIL 3 eine engere Verzahnung der IT-Services mit den Business-Prozessen erreicht werden kann. Während sie nach einer Erhebung der Unternehmensberatung exagon Mitte letzten Jahres noch zu 57 Prozent der Auffassung waren, diese Zielsetzung werde in der neuen Version des Regelwerks ausreichend abgebildet, sind es sechs Monate später nur noch 43 Prozent. Gleichzeitig ist der Kreis derer, die entweder in dieser Hinsicht skeptisch sind oder noch keine genaue Einschätzung haben, um 13 Prozent auf 34 Prozent angestiegen. Alle anderen befragten ITIL-Anwender zeigen sich verhalten optimistisch.

„Die Erwartungen sind nun etwas pragmatischer geworden, nachdem anfangs im Markt von verschiedenen Seiten eine vielleicht etwas zu euphorische Stimmung entfacht worden war“, urteilt exagon-Geschäftsführer Joachim Fremmer. „Die Anwender besitzen nun mehr Informationen und können ein differenzierteres Urteil vornehmen. Deshalb hilft die inzwischen nüchternere Betrachtung, weil für eine konstruktive Diskussion zu ITIL 3 auch kritische Blicke erforderlich sind, ohne damit das Regelwerk in seiner neuen Ausrichtung in Frage zu stellen.“

exagon hatte schon frühzeitig darauf hingewiesen, dass ITIL 3 mit seinem Service-Lifecycle keinen ausreichend konsistenten Business-Ansatz biete. „Ein Service Lifecycle sollte sich nach gesicherter Erkenntnis an den Lebensphasen eines Business-orientierten Services orientieren. Der Nucleus ist demzufolge der Business-orientierte Service und nicht die Service Strategie.“ Dies werde so in ITIL 3 aber nicht abgebildet, urteilt der ITSM-Spezialist, ohne dabei jedoch den Lifecycle-Ansatz grundsätzlich in Frage zu stellen. „Die Zielrichtung in ITIL 3 stimmt, aber der Weg dorthin zeigt Schwächen.“ exagon hat deshalb methodische Konzepte entwickelt, die diese Schwächen der Refresh-Version des Regelwerks eliminieren.

An der Notwendigkeit einer stärkeren Ausrichtung der IT-Prozesse auf die Geschäftsanforderungen gibt es allerdings keinerlei Zweifel bei den Unternehmen: 64 Prozent der IT-Verantwortlichen erachten sie als erforderlich und damit sogar noch etwas mehr als ein halbes Jahr zuvor (61 Prozent). Lediglich 5 Prozent sind aktuell der Auffassung, im IT Service Management (ITSM) auf einen direkten Bezug zu den Business-Bedingungen verzichten zu können.

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