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Studie offenbart leichtfertigen Umgang mit der Skriptverwaltung

04.03.08

Kaum ein IT-Manager hat eine ungefähre Vorstellung davon, in welcher Zahl selbst entwickelte Skripte im Unternehmen eingesetzt werden. Vor allem aber verzichten sie meist auf deren systematische Dokumentation und Verwaltung, obwohl Business-Anwendungen und andere Applikationen im praktischen Einsatz kaum ohne diese Funktionskomponenten auskommen. Im Widerspruch dazu steht nach einer Erhebung des Softwarehauses xTigo die weitgehend einhellige Meinung der IT-Verantwortlichen, dass diese Befehlsprogramme zur Automatisierung technischer Abläufe sehr bedeutungsvoll für einen funktionierenden Geschäftsbetrieb sind.

Der Untersuchung unter 343 Technikverantwortlichen in Mittelstands- und Großfirmen zufolge gehen die Einschätzungen weit auseinander, wie viele dieser individuell programmierten Skripte sie im Einsatz haben. Während fünf Prozent die Zahl auf unter Hundert schätzen, gehen acht Prozent von mehreren Hundert und etwa doppelt so viele von mehreren Tausend aus. Die deutliche Mehrheit von drei Viertel der Befragten hat hierzu jedoch keinerlei konkrete Vorstellung und sieht sich deshalb nicht in der Lage, zumindest eine ungefähre Größenordnung zu nennen.

Während diese Unkenntnis für den praktischen Alltag keine wesentliche Relevanz hat, stellt ein anderes Phänomen durchaus ein Problem dar: Denn die Studie hat ermittelt, dass in einem nur sehr unzureichenden Maß Dokumentationen dieser technischen Komponenten vorgenommen werden. So gibt lediglich jeder zweite IT-Verantwortliche an, dass die gesamten im Unternehmen entwickelten Skripte vollständig oder zumindest überwiegend schriftlich festgehalten sind. In jedem zweiten Fall gibt es lediglich teilweise Dokumentationen, in 28 Prozent der Firmen bestehen sie sogar nur in einem geringen Umfang oder überhaupt nicht. „In diesen Fällen handelt es sich typischweise um Kopfwissen von Mitarbeitern“, weiß xTigo-Geschäftsführer Rainer Locker aus der Praxis. „Es steht jedoch Kollegen nicht zur Verfügung und geht meist auch verloren, wenn die betreffenden Mitarbeiter das Unternehmen verlassen“, beschreibt Locher die Konsequenzen. Eine Überarbeitung der Skripte sei dann nur mit überproportional hohem Aufwand möglich. Eine ähnliche Problematik gilt auch für die Frage der zentralen Ablage dieser Funktionskomponenten. Sie besteht vollständig oder wenigstens teilweise nur in einem Viertel der Unternehmen. „Ein schneller Zugriff ist dadurch kaum möglich“, beschreibt Locker die Konsequenz.
 
Diese Situation widerspricht zudem der Einschätzung der befragten IT-Verantwortlichen zur Bedeutung der Skripte für ein reibungsloses Funktionieren ihrer softwaregestützten Betriebsprozesse: Mehr als zwei Drittel urteilen, dass die Skripte relevant für die softwaregestützten Betriebsprozesse sind, die Hälfte bezeichnet sie sogar als sehr bedeutungsvoll. Lediglich eine Minderheit von 18 Prozent gibt ihnen in dieser Hinsicht eine vergleichsweise geringe Wertigkeit. „Die Unternehmen leben in einer erheblichen Diskrepanz“, bewertet Locker die Ergebnisse. „Einerseits beurteilen sie die Wertigkeit der Skripte für das IT-Management relativ hoch, andererseits fehlt es aber an einem ausreichend systematischen und konsequenten Skriptmanagement“, urteilt er. Dieser Widerspruch ist seiner Ansicht nach einerseits auf fehlende organisatorische Bedingungen und andererseits auf das Fehlen entsprechender Tools für eine automatisierte Skriptverwaltung zurück zu führen.

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