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Unternehmen planen eine Virtualisierungsoffensive

03.06.08

Die Unternehmen in Deutschland planen in den nächsten zwei Jahren eine Offensive in Sachen Virtualisierung. Nach einer Erhebung des Beratungshauses centracon wollen drei von fünf Firmen Projekte auf Basis dieser neuen Technologien realisieren. Sie zielen damit insbesondere auf eine Konsolidierung ihrer IT-Infrastruktur und versprechen sich von diesen Maßnahmen eine effizientere Nutzung der Ressourcen.

Insgesamt wollen bis 2010 ein Viertel der Unternehmen „auf jeden Fall“ und weitere 36 Prozent „voraussichtlich“ Maßnahmen zur Virtualsierung umsetzen. Im Mittelpunkt ihrer Planungen steht die Server-Virtualisierung (41 Prozent), gefolgt von der Desktop- und Anwendungsvirtualisierung (27 bzw. 19 Prozent). Ausgangspunkt für diese Maßnahmen ist für knapp ein Drittel der befragten IT-Manager die strategische Ausrichtung, während mit 26 Prozent deutlich weniger Unternehmen primär technologische Motive nennen. Aus einer konkreten Bedarfslage heraus wollen sich zudem fünf Prozent der Virtualisierung widmen. „Die entscheidende Idee der Virtualisierung ist auch nicht die Technik selbst, sondern die Veränderung der Prozesse“, urteilt centracon-Geschäftsführer Robert Gerhards. „Sie bietet die Möglichkeit, alternative Bereitstellungsmodelle für Services zu entwickeln, was sich dann auch in flexibleren und produktiveren Abläufen darstellt“, begründet er.

Virtualisierungsprojekte sind keine triviale Angelegenheit
Als Ziele verfolgen die Befragten vor allem eine effizientere Nutzung ihrer technischen und personellen Ressourcen. Darauf zielen 57 Prozent der Firmen mit ihren Virtualisierungsstrategien ab. Mehr als die Hälfte hat zudem im Sinn, auf diesem Weg die Infrastrukturverhältnisse zu konsolidieren. Aber auch eine Zentralisierung von Anwendungen steht für zwei von fünf der Unternehmen auf der Agenda. Die flexiblere Bereitstellung von IT-Arbeitsplätzen und ein schlankeres Client-Management (40 bzw. 37 Prozent) gehören ebenfalls zu den relevanten Zielen der Virtualisierungsbestrebungen.

Allerdings wird der Weg dorthin von den befragten Unternehmen keineswegs als komfortabel erachtet. Im Gegenteil sehen sie eine Menge Hürden, die bereits damit beginnen, dass in jedem zweiten Fall intern nicht die notwendigen technischen Kompetenzen bestehen. Aber auch bei den Vorgehenskonzepten herrscht vielfach noch große Unsicherheit (43 Prozent). Zu den weiteren Schwierigkeiten gehört, dass noch andere Projektprioritäten den Realisierungsplänen im Weg stehen. Für ein Drittel der Firmen stellt zudem die Berechnung des Business Case eine noch nicht bewältigte Herausforderung dar.

„Die Virtualisierung bedeutet keineswegs nur eine Veränderung von Technologien, sondern es muss dabei eine übergreifende strategische Grundidee verfolgt werden“, warnt Gerhards davor, damit lediglich einem aktuellen Trend entsprechen zu wollen. Ohne eine mittelfristig und breiter angelegte Vision, die auch praxisgerechte Vorgehensmodelle beinhalte und den wirtschaftlichen Nutzen genau darstelle, könnten diese Vorhaben schnell in eine Sackgasse geraten, weiß der Consultant aus seinen Beobachtungen in der Praxis. Vielfach bestehe in den Unternehmen noch eine erhebliche Kluft zwischen den angestrebten Zielen und der Frage, wie die Wege dorthin sinnvoll zu gestalten sind, problematisiert er. „Strategien zur Virtualisierung sind keineswegs eine triviale Angelegenheit“, betont Gerhards. „Notwendig ist eine klare und auf die individuellen Bedingungen ausgerichtete Roadmap.“

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