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Viele vermeidbare Fehler in Business Intelligence-Projekten

14.10.10

Die Einführung von Business Intelligence-Lösungen (BI) ist für viele Unternehmen weiterhin ein Projekt mit erheblichen Fallstricken. Probleme bereiten nach einer seit 2007 durchgeführten Vergleichsanalyse von Actinium Consulting nicht nur die Anforderungs- und Prozessanalysen, sondern auch die Auswahl der BI-Tools. Auffällig ist, dass sich immer mehr Unternehmen falsche Entscheidungen bei der Auswahl eingestehen müssen.

So geben in der diesjährigen Erhebung vier von fünf der Befragten an, dass ihnen die bisherigen BI-Maßnahmen schwer gefallen sind. Vor drei Jahren waren es noch 12 Prozent weniger. Aktuell bezeichnen 37 Prozent die Anforderungen als „sehr hoch“ und 44 Prozent als „hoch“. In den Augen des Actinium-Geschäftsführers Klaus Hüttl zeigt dies, dass unverändert strategische Schwächen die zentrale Ursache der vielfachen Schwierigkeiten in der Projektrealisierung sind. „Die BI-Maßnahmen sind häufig von vornherein zu komplex angelegt, außerdem wird die Ausrichtung zu sehr durch die technische Brille geplant und zu wenig an dem praktischen Nutzen orientiert“, kritisiert er. „Eine nicht an den Praxiserfordernissen ausgerichtete BI-Implementierung mindert zwangsläufig den Wertschöpfungsgrad und die Akzeptanz bei den Benutzern“, erklärt Hüttl.

Der Consultant empfiehlt den Unternehmen deshalb, den Strategieansatz nach dem Vier-Augen-Prinzip einem erfahrenen BI-Experten vorzulegen, der durch seinen neutralen Blick auf mögliche Schwächen und Optimierungspotenziale hinweisen kann. „Der vermeintliche Umweg und Mehraufwand rechnet sich sehr schnell, beispielsweise in einer präziseren Anforderungsanalyse zu Beginn des BI-Projekts.“ Sie wird von über 60 Prozent der Unternehmen als nicht ausreichend bewertet, drei Jahre zuvor hatten weniger Verantwortliche Mängel im Anforderungsprofil geäußert.

Aber auch in der Frage der Auswahl ihrer BI-Tools sind die Firmen inzwischen noch selbstkritischer als 2007: Räumte damals weniger als jeder zweite Befragte ein, rückblickend betrachtet keine ausreichende Systemauswahl vorgenommen zu haben, so ist die Unzufriedenheit mit den Tool-Entscheidungen aktuell um ein Fünftel auf 59 Prozent gestiegen und liegt damit etwa auf ähnlichem Niveau wie 2009. „Hier zeigt sich besonders deutlich, welche negative Wirkung eine unzureichende Anforderungsanalyse hat“, problematisiert Hüttl. „Wer sein Konzept nach den Möglichkeiten des ausgesuchten Business Intelligence-Tools ausrichtet, wird zwangsläufig zu einer Lösung kommen, die sich als nur begrenzt bedarfsgerecht erweist“, urteilt der Actinium-Consultant.

Diese Einschätzung bestätigt sich auch durch ein weiteres Ergebnis der Erhebung: Zwei Drittel der Unternehmen gaben außerdem als Fehler zu Protokoll, dass sie vor dem Projektstart zu wenig Aufwand in die Prozessanalyse investiert hätten. „Dieser Aspekt wird immer noch sehr häufig übersehen, obwohl er elementar für die Nutzenwirkung einer BI-Lösung ist.“

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