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Wertorientiertes IT-Portfoliomanagement funktioniert meist nicht

12.05.11

 Kaum eine andere Unternehmensfunktion steht so unter Rechtfertigungsdruck wie die IT. Deshalb besteht seit Jahren ein hohes Interesse der IT-Verantwortlichen, den Nutzen bzw. den Wertbeitrag der IT als Ganzes und der einzelnen IT-Investitionen überzeugend nachzuweisen. Zahlreiche Wissenschaftler und Beratungsunternehmen haben Ansätze  und Methoden entwickelt, um das Phänomen „Wertbeitrag der IT“ zu erklären. Allerdings hat sich bislang kein Ansatz durchgesetzt. „Es ist noch nicht einmal Allgemeingut, ob die IT überhaupt einen strategischen Wertbeitrag hat oder nicht einfach nur Commodity ist“, beschreibt Michael Maicher, Geschäftsführer von Ardour Consulting, die Problematik.

Er verweist darauf, dass in der Praxis die Frage sehr unterschiedlich beantwortet wird. So erfolge im Regelfall von den IT-Verantwortlichen wie CIOs eine positive Bewertung, während Finanzverantwortliche häufig ein skeptisches bis negatives Urteil abgeben. „Aus diesem Dilemma lässt sich nur entrinnen, wenn mit praxisgerechten Methoden der subjektive Anteil mit seinen persönlichen Sichtweisen an den Einschätzungen reduziert wird“, urteilt Maicher. Für ihn ist aber klar, dass allein aus Gründen klarer gemeinsamer Strategien ein Konsens in der Wertschätzung der IT sowohl generell als auch bezogen auf die Einzelinvestitionen immer notwendiger wird. Er verweist in diesem Zusammenhang auf das immer wichtiger werdende Thema Governance. „Deren Ansätze können nur funktionieren, wenn nicht nur die Ziele von Business und IT miteinander verzahnt werden, sondern auch klar ist, über welche Wertbeiträge die IT den Geschäftsstrategien sinnvoll Rechnung tragen kann.“ Notwendig sei deshalb ein wertorientiertes Portfoliomanagement, um die Wirkungszusammenhänge von IT-Investitionen und damit den Nutzen der IT transparent zu machen.

Aus seiner Sicht beginnen die Probleme für dessen Umsetzung jedoch schon bei der Frage, was überhaupt der Wertbeitrag der IT ist. So wenig wie es eine einzige Kennzahl zur Steuerung oder Messung des Erfolgs eines Unternehmens geben könne, so undenkbar sei auch eine Kennzahl denkbar, über die ein Wertbeitrag der IT seriös ausgedrückt werden könne. „Die Realität ist dafür viel zu komplex, zudem bestehen oft vielschichtige und sehr veränderliche Einflüsse“, beschreibt der Consultant die grundsätzliche Schwierigkeit. Sie lasse sich nur lösen, wenn bei den Verantwortlichen auf allen Ebenen ein gleiches Verständnis über Wertbeiträge und deren Zusammenhänge geschaffen wird.

Deshalb plädiert Maicher für ein wertorientiertes Portfoliomanagement, das auf einer unternehmensspezifisch ausgestalteten Wertvorstellung im Unternehmen beruht. „Es gibt zahlreiche wertbasierte Methoden, keine hat sich jedoch in der Unternehmenspraxis wirklich durchgesetzt, weil sie entweder exakt und komplex oder ungenau und einfach sind. Aus diesem Grund sollten die Portfolio-Manager eine eigene und unternehmenskonforme Methode entwickeln, die den individuellen Besonderheiten und Erfordernissen entspricht.“

Wichtig sei dabei aber unbedingt die organisatorische Verankerung der Aspekte Nutzen, Kosten und Change Impact. „Viele Projekte scheitern, weil sie ohne ein nachgewiesenes und akzeptiertes Nutzenversprechen gestartet werden und die betroffenen Verantwortlichen für notwendige Veränderungen nicht eingebunden wurden“ begründet Maicher.

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