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Zahl deutscher Phishing-Opfer angestiegen

30.08.07

Der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (BitKom) hat die Landeskriminalämter zu den Zahlen über Phishing-Opfer befragt und kam zu dem Ergebnis, dass die Zahl der Opfer im Jahr 2006 um 23 Prozent auf mehr als 3250 Fälle angestiegen ist. Hochrechnungen der Branchenverbandes zufolge summiert sich der wirtschaftliche Schaden auf insgesamt 13 Millionen Euro.

Die häufigsten Betrugsfälle wurden aus Bayern, Baden-Württemberg und Berlin gemeldet. In Bundesland Sachsen stieg die Zahl der Phishing-Opfer im zurückliegenden Jahr um 169 Prozent an.

Zahlreiche Bundesländer konnten auch schon Zahlen für das erste Halbjahr 2007 melden. Laut Bitkom lässt sich hieraus ein Anstieg um etwa 25 Prozent in diesem Jahr ableiten. Die durchschnittlich gestohlen Geldmenge je Opfer stieg im Jahresvergleich von etwa 4.000 Euro (2006) auf hochgerechnet 4.700 Euro (2007) an.

Als Grund sieht der Verband die immer ausgefeilteren Methoden an. Nur ca. zehn Prozent der Betrugsfälle ließen sich auf E-Mails mit Links auf gefälschte Bankseiten zurückführen. Das Gros der Fälle kam durch eingeschleuste Trojaner zustande, die im Hintergrund die Daten abfangen und den Browser auf gefälschte Seiten umleiten.

Zwar erstatteten viele Banken Phishing-Schäden, sofern die Opfer nicht grob fahrlässig gehandelt hätten. Aber einen Rechtsanspruch besitzen die Bestohlenen indes nicht. Hier sieht der Branchenverband auch deutlichen Nachholbedarf seitens der Gesetzgebung: Zum einen benötige man dringend ein „belastbares Gesetz gegen Phishing“, da der Diebstahl von Kontodaten allein noch nicht strafbar sei, sonder erst der Missbrauch. Zum anderen müssten sich die Anwender besser gegen Phishing-Attacken schützen. Hierzu zählten unter anderem ein gesundes Misstrauen gegenüber E-Mails, eine aktuelle Antivirenlösung sowie eine Firewall und das Einspielen aller Updates. Außerdem empfiehlt der Bitkom, die Bankenseiten aus den Bookmarks heraus aufzurufen oder die Adresse von Hand einzugeben und modernere Transaktionsverfahren (iTAN, mTAN) zu nutzen.

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